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Vom Brot im Meer
Elsie Slonim

Von Brot im Meer

19. Oktober, 19.30 Uhr, Brunnenpassage

Zeitzeugin Elsie Slonim:
Zwei Buch-Premieren zum 100. Geburtstag


Die Autorin und Erzählerin Elsie Slonim, eine österreichische Emigrantin jüdischer Herkunft, feiert am 21. November ihren 100. Geburtstag. Im Oktober wird sie in Wien mit der Veröffentlichung von zwei Büchern geehrt. Bei den Präsentationen lesen Sona MacDonald und Mercedes Echerer.

 

Hundert erlebte Jahre, die einen großen Bogen spannen, von der Monarchie bis nach Amerika, von Baden bei Wien über Palästina und Israel bis Zypern. Elsie Slonim ist nicht nur Zeitzeugin, sie ist auch eine Erzählerin. Es sind viele wahre Geschichten, die sie in ihrem Buch „Vom Brot im Meer“ aufgezeichnet hat. Als Zeitzeugin hat sie die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs miterlebt und den Zweiten Weltkrieg selbst erfahren; den Nationalsozialismus, die türkische Invasion auf Zypern und mehr als eine Wirtschaftskrise überstanden. Seit dem Tod ihres Mannes David lebt Elsie Slonim mit ihrem Dackel „Schatzi“ als einzige Zivilperson alleine in einem türkischen Militärsperrgebiet am Rand der geteilten Stadt Nikosia; ohne Garantien und Sicherheiten, durch einen Zaun einen Steinwurf von der EU getrennt. Die Geschichte, wie es dazu kam, ist wie alle anderen zutiefst persönlich und zeitlos zugleich; wie ein Blick hinter den Spiegel.

 

Das erste Buch von Elsie Slonim heißt  „Vom Brot im Meer - Die ersten hundert Jahre der Elsie Slonim“. Eine Lebensbeschreibung in der sich die Autorin der simplen Wahrheit verpflichtet: So und nicht anders erging es mir. Sie schreibt dabei so weise wie ergreifend poetisch, so lebenserfahrend kraftvoll, dass es ganz und gar einmalig in der Literatur ist. Das andere Buch trägt den Titel „Mousie Longtail“ und ist eine Coming-of-Age-Geschichte, ein Abenteuerroman für Jung und Alt und für alle dazwischen.

 

Es gibt Hundertjährige, denen diese Welt einfach reicht. Wie bei Jonas Jonasson steigen sie bei Nacht und Nebel aus dem Fenster und lassen den Herrgott eine gute Frau sein.


Elsie Slonim ist da ein bisschen anders. Sie ist nicht verschwunden und es konnte sie bisher auch niemand dazu bringen. Ihr Leben ist ein großes – und nicht immer schönes - Abenteuer, das noch nicht zu Ende ist. Eine erste Zwischenbilanz liefert sie mit ihrem Buch „Vom Brot im Meer - Die ersten hundert Jahre der Elsie Slonim“. Es ist kein Roman, keine Prosa, kein Tagebuch und keine Anklage – und dennoch alles zusammen.

Mit „Vom Brot im Meer“ hat Elsie Slonim genau genommen eine Liebeserklärung an das Leben geschrieben; und sie hat sie geschrieben wie das Leben eben so spielt. Sie zeigt uns ihr Jahrhundert, eine Zeit die geprägt war, von Ausgrenzung, Verfolgung, Auslöschung, Krieg, Völkermord. Es ist nicht klar, ob das Gute am Ende gewinnt, und es ist auch nicht wichtig, wer auf der Siegerseite steht. In ihrem Buch zitiert Elsie Slonim das Schicksal mit Vor- und Nachsicht und mit der Weisheit einer Frau, die eine Welt im Wandel erfahren hat. Mit „Vom Brot im Meer“ hat sich eine Erzählerin vorgestellt, die großen Respekt vor dem Leben und den Lebenden hat, und von der man sich wünscht, dass sie auch über das kommende Jahrhundert berichten wird.

 

Kein Abenteuer ist zu groß, wenn die Phantasie nicht zu klein ist. Und niemand ist zu jung oder zu alt, um was zu erleben. Auch nicht, wenn man nur ein winziger Mäuserich ist. Alles, was man braucht, ist eine ordentliche Portion Herz, Witz und Verstand. „Mousie Longtail“ ist eine Coming-of-Age-Geschichte, ein Abenteuerroman für Jung und Alt und für alle dazwischen.

„Mousie Longtail‘ zeigt auf phantasie- und humorvolle Art, wie man lernen kann, auf seinen eigenen Beinen zu stehen, seine eigene Meinung zu bilden, seine Ängste zu überwinden und Verantwortung zu übernehmen“, sagt Mercedes Echerer über den Abenteuerroman.
 
„Mousie Longtail“, 1979 in New York auf Englisch erschienen, wird zum 100. Geburtstag von Elsie Slonim erstmals ins Deutsche übersetzt und erscheint als zweisprachiger Abenteuerroman (Deutsch/Englisch) bei Die2 in Kooperation mit Welt & Co/Kulturverein einschließlich Audioversionen (für die KäuferInnen des Buches wird sie gratis angeboten).

 

Bei vier Oktober-Terminen in Wien werden die Bücher dem österreichischen Publikum vorgestellt. Elsie Slonim nimmt an allen Events teil.

 

 

Buchpräsentation
Do., 19. Oktober 2017, 19.30 Uhr
Brunnenpassage, 1160 Wien, Brunnengasse 71

Elsie Slonim - Vom Brot im Meer
Es liest Mercedes Echerer
Musik: Reut Regev (trombone), Igal Foni (percussion) aus New Jersey/USA
Gespräch mit Autorin Elsie Slonim
Einleitende Worte von Elisabeth Schmidt (Verlagshaus Hernals) & Alfred Woschitz, der auch das Zeitzeugengespräch mit der Autorin führt. Videopräsentation von „Elsie, Cyprus“ von Chris Haderer

 

 

Buchpräsentation
Sonntag, 29. Oktober, 11 Uhr
Theater in der Josefstadt/Sträußelsäle

Elsie Slonim - Mousie Longtail
Die Schauspielerinnen Sona MacDonald und Mercedes Echerer werden die Erlebnisse von Mousie Longtail zum Hören und Klingen bringen. Zeitzeugengespräch mit der Autorin Elsie Slonim.

 

 

Buchpräsentation

25. Oktober 2017, 19.30 Uhr
Republikanischer Club, Rockhgasse 1, 1010 Wien

Buchpräsentation „Vom Brot im Meer“
Lesung von Mercedes Echerer und Zeitzeugengespräch mit der Autorin Elsie Slonim
Musik: Lena & Lena, Lena Kuchling (vocal) und Lena Kolter (violine)
Einleitende Worte Elisabeth Schmidt (Verlagshaus Hernals) und Alfred Woschitz, der das Zeitzeugengespräch mit der Autorin führt. Videopräsentation von „Elsie, Cyprus“ von Chris Haderer

 

 

Buchpräsentation

30. Oktober 2017, 19.30 Uhr
ZIB, Zentrum für interkulturelle Begegnung,
Grabengasse 14, 2500 Baden

Buchpräsentation „Vom Brot im Meer“ und „Mousie Longtail“
Lesung von Mercedes Echerer und Zeitzeugengespräch mit der Autorin Elsie Slonim
Musik: Adrian Gaspar (piano)
Einleitende Worte Elisabeth Schmidt (Verlagshaus Hernals) und Alfred Woschitz, der das Zeitzeugengespräch mit der Autorin führt. Videopräsentation von „Elsie, Cyprus“ von Chris Haderer
 

 

 

Biografie Elsie Slonim

Elsie Slonim wurde am 21. November 1917 als Tochter österreichischer Eltern in New York geboren. 1919 übersiedelte die Familie zurück nach Österreich, wo Elsie ihre Jugend in Baden bei Wien verbrachte. Während die Eltern 1926 eine Fabrik in Temesvar (Rumänien) gründeten, blieben Elsie und ihre Schwester Stella in Österreich. Ab 1936 studierte Elsie an der Gewerbeschule für Architektur und Kunstgeschichte in Wien, wo sie 1938 Zeugin des Einmarsches der Deutschen Wehrmacht wurde.
 
Elsie und Stella flohen vor den Nazis zu den Eltern nach Rumänien. Von dort reisten sie – dank ihrer Geburt in den USA auch amerikanische Staatsbürgerinnen – im Jahr 1939 nach New York. Während der Überfahrt auf der „Queen Mary“ lernte Elsie ihren späteren
Ehemann David Slonim kennen. Mit ihm kehrte sie noch im selben Jahr nach Europa zurück, nach Zypern, wo David Slonim seit 1932 Land besaß und bewirtschaftete.
 
Ihre nächsten Stationen waren Tel Aviv (Evakuierung aus Zypern nach der Eroberung Kretas durch die Deutsche Wehrmacht 1941), Zypern (ab 1952) und Paris (ab 1960), wo das Ehepaar eine Plantage für Südfrüchte und Agrarprodukte aufbaute. 1942 und 1948 hatte Elsie Slonim ihre Kinder Reuven und Daphne zur Welt gebracht.
 
1974 wurde Zypern durch die Invasion der türkischen Armee in einen türkischen und einen griechischen Teil getrennt. Das Haus der Familie Slonim liegt seither im militärischen Sperrgebiet des türkisch besetzten Nordteils der Insel - Elsie Slonim wohnt dort bis heute als einzige Zivilperson: „Es ist schön, an einem Ort zu leben, an dem man nicht verfolgt wird.“