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Aichberger Architektur

Ein Meilenstein: Bauprojekt Gesundheitszentrum St. Pölten

   
In Vorbereitung

 

Allgemeinmediziner und Fachärzte, Labors und Apotheke - alles an einer Adresse: Das Prinzip, die medizinische Grundversorgung konzentriert in einem gemeinsamen Objekt anzubieten, gewinnt international immer stärker an Bedeutung. Auch St. Pölten erhält nun ein multifunktionales medizinisches Zentrum.

Im Süden der niederösterreichischen Landeshauptstadt entsteht bis zum Dezember 2022 das Gesundheitszentrum St. Pölten, das Raum für rund 40 Ordinationen anbietet. Das Büro Aichberger Architektur, Wien/St. Pölten, gewann den Wettbewerb für die Gestaltung des Projekts, das einen bestehenden Bau mit zwei attraktiven Neubauten und weitläufigen Grünflächen verbindet. Architekt Andreas Aichberger: „Im Team war uns wichtig, den unterschiedlichen Fach- und Wissensgebieten des Gesundheitszentrums nach außen eine gemeinsame verbindende Identität zu geben in einem Gebäude, das sich selbstbewusst und einprägsam modern präsentiert.“

Die Dimensionen des Projekts sind beachtlich. Das Gesundheitszentrum bietet zunächst einmal Raum für zehn AllgemeinmedizinerInnen und drei KinderärztInnen. Im Facharztzentrum können sechs bis acht Kassen-Ordinationen eingerichtet werden. Darüber hinaus gibt es 20 Wahlarzt-Ordinationen verschiedener Facharztrichtungen. Das 1400 Quadratmeter große Facharztlabor ist dafür eingerichtet, pro Tag 5.000 bis 6.000 Proben zu analysieren. Eine Apotheke, ein Seminarzentrum, eine Bäckerei und eine Tiefgarage mit 150 Stellplätzen ergänzen das Angebot. Die Planer rechnen damit, dass das Gesundheitszentrum im Vollbetrieb von mehr als 2.000 Patienten pro Tag aufgesucht wird.

Architekt Andreas Aichberger charakterisiert die Grundzüge seines Projekts so: „Wir führen die Personen intuitiv mit Hilfe von Licht und Farbe auf kurzem Wege zu ihren Zielen. Interne Wege trennen wir nach Möglichkeit von Patientenwegen. Ganz bewusst haben wir das Gesundheitszentrum nicht hinter Parkplätzen versteckt, sondern Fußgängern den Vorrang gegeben. Ausreichend Parkplätze sind im Untergeschoß zu finden; den gewonnenen Verkehrsraum widmen wir der Aufenthaltsqualität im Außenraum. Höfe verweben den Gebäudekomplex mit qualitätsvollen Freiräumen und so erfüllen diverse Funktionen als Freiflächen für die Erholung der Mitarbeiter, für die direkte Anlieferung aus dem Lieferhof, als attraktiver und übersichtlicher Empfang sowie als Außenbereich für Veranstaltungen.“

Besucher, die sich dem Zentrum von der Straße her nähern, finden sich auf einem urban gestalteten Vorplatz wieder, der als Eingangs- und Verteiler-Knotenpunkt dient. Das Primärversorgungszentrum (Allgemeinmediziner), die Apotheke sowie der Zugang zu Labor, Fach- und Wahlärzten werden um diesen zentralen Vorplatz angeordnet. Dabei öffnen sich die Bauteile trichterartig zur Straße hin und bilden so eine einladende Geste, die zu den Eingängen des Gesundheitszentrums führen.
Das Team um Architekt Andreas Aichberger gestaltete das Bauwerk mit bewusst gesetzten Kontrapunkten - mit Weiß und Dunkelgrau als dominierenden Farben, mit horizontalen und vertikalen Strukturen sowie mit Baukörpern, die einmal massiv und ein andermal transparent auf den Betrachter wirken.

Im Norden des Grundstücks wird der Kraftfahrzeugverkehr konzentriert. Die PKWs von Patienten und Besuchern werden an der Oberfläche vorrangig in ein unterirdisches Parkdeck geleitet. Interner Verkehr wird in den nach Osten orientierten Hof geleitet.
Neben den offenen Höfen wird ein weiterer Außenraum zwischen dem Neubau und dem Bestandsgebäude als öffentlicher Freibereich konzipiert. Im Gegensatz zum eher städtischen Vorplatz wird hier eine Parklandschaft situiert. Hier befindet sich ein direkter Zugang zum Seminarzentrum, sodass Veranstaltungen auch getrennt vom Normalbetrieb des Gesundheitszentrums stattfinden können.

Auftraggeber des Gesundheitszentrums (Adresse: Mathilde-Beyerknecht-Straße 18, 3104 St. Pölten-Harland) ist die PHC - Primary Health Care Service GmbH (Wien). Das Areal liegt nahe der Westautobahn A1 und ist außer mit dem PKW auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln (LUP) leicht zu erreichen.