Menü
 
Arbeitsfreude statt Frust und Mobbing
Peter Gruber Unternehmensberatung

Arbeitsfreude statt Frust und Mobbing

Wege zu einer besseren Unternehmenskultur – Studie: Sozial ungeeignetes Miteinander-Umgehen kostet jährlich Milliardenbeträge

 

„Sechs bis sieben Prozent unserer Arbeitszeit gehen durch sozial ungeeignetes Miteinander-Umgehen verloren“, sagt der Wiener Unternehmensberater Peter Gruber. Das ist mit gigantischen Verlusten verbunden, stellt man die unproduktive Zeit in Relation zu den Einkommen. Gruber: „Wir brauchen Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen, um die Verletzungen, Kränkungen und Beleidigungen zu verarbeiten, die wir im Betrieb erfahren. Bei einem Bruttoinlandsprodukt von 379 Milliarden Euro in 2020 verlieren wir im Mittel 25 Milliarden Euro.“

Gruber hat es sich mit seiner Firma wiener personaldiagnostik seit Jahren zur Aufgabe gemacht, Wege zu einer besseren Unternehmenskultur aufzuzeigen. Seine jüngste Initiative im Herbst 2021: Eine Studie zum Thema „Soziale Gesundheit im Betrieb“, für die online 521 Personen, allesamt in der Arbeitswelt aktiv, befragt wurden. Der Unternehmensberater: „Ein Mensch ist sozial gesund, wenn es ihm mit allen anderen gut geht – eine Gruppe dann, wenn es allen miteinander und jedem Einzelnen mit allen anderen gut geht.“
Aus der Untersuchung geht hervor, dass Pflichtbewusstsein, eine sinnvolle Tätigkeit, die Arbeit im rechten Maß und das Gefühl, in der Firma füreinander da zu sein, die wichtigsten Elemente für Österreichs Arbeitnehmer sind, wenn es um das Thema Arbeitsfreude geht. Dabei stehen die Leute einander freilich häufig selbst im Weg. Gruber: „An letzter Stelle der zwölf Fähigkeiten zur Sozialen Gesundheit steht mit 2,8 (Skalierung 1 trifft zu - 5 trifft nicht zu) die Aufrichtigkeit. Wir reden schlecht über andere, die nicht anwesend sind. Das scheint  der Volkssport Österreichs zu sein – nicht Skifahren oder Fußball. Das ist wohl auch für viele lustiger – nur nicht für die, die nicht dabei sind.“

Die Studie hat das Ziel, positive wie negative Faktoren zu beurteilen, die auf dem Weg zu einer besseren Unternehmenskultur zu berücksichtigen sind. Der Erfolgsfaktor Arbeitsfreude wird genauso analysiert wie der Kostenfaktor Angst und der Zeitverlust durch sozial ungeeignetes Miteinander-Umgehen. Besonders interessant ist der Vergleich mit einer ähnlichen Umfrage, die Peter Gruber 2008 in Zusammenarbeit mit dem BOAS-Institut (Prof. Ernst Gehmacher) durchführen ließ.
Gruber über die Ergebnisse: „Wir sehen, dass der Sinn der Arbeit im Vergleich zu 2008 von einem Wert von 1,7 auf 2,1 abgesackt ist. Der Sinn war 2008 noch an erster Stelle. Was uns hingegen auszeichnet: Wir erledigen, was wir versprochen haben. Das Pflichtbewußtsein, die Zuverlässigkeit ist der neue Spitzenreiter.“
Beim Kostenfaktor Angst führt die Angst, Fehler zu machen, das Negativ-Ranking an, gefolgt von den Faktoren Angst, zu versagen wie der Sorge, Wertschätzung und Anerkennung zu verlieren. Doch immerhin: „Positiv ist die Entwicklung von Mobbing; es hat sich seit der ersten Studie von 2,3 auf 1,9 verbessert. Ist das eine der positiven Auswirkungen von Home Office?“
Die negativen Faktoren können nicht nur die Betroffenen, sondern eben auch ganze Belegschaften in ihrem Tatendrang und ihrer Effizienz bremsen. Peter Gruber verfolgt in seiner Beratertätigkeit das Ziel, den entgegengesetzten Weg einzuschlagen: „Es soll uns gut gehen! So richtig gut! Die Menschen haben ein Recht auf einen Arbeitsplatz, zu dem sie jeden Morgen richtig gerne hingehen. Wo sie eine Grundstimmung erleben, die voll von Freude ist. Spaß und Glück sind schöne Kraft spendende Gipfelerlebnisse. Freude hingegen ist ein Plateauerlebnis. Eine Grundstimmung. Die wollen wir fördern und erreichen.“

Prof. Mag. Peter Gruber, Jahrgang 1953, absolvierte zu Beginn seiner Laufbahn ein Wirtschafts-Studium in Graz und war anschließend 19 Jahre als Führungskraft in internationalen Unternehmen tätig.  Seit 1996 ist er zertifizierter Unternehmensberater, wobei es ihm vor allem um die Optimierung der betrieblichen Kultur geht. Gruber zählt sich zur philosophischen Schule des Unternehmensberaters, Psychoanalytikers und Jesuitenpaters Prof. Rupert Lay. Zu seinen Auftraggebern zählen große Firmen und Institutionen wie Generali, ThyssenKrupp und Raiffeisen; die SVA und die Polizei Hamburg. 2010 wurde ihm der Berufstitel Professor verliehen.
 

2002 veröffentlichte Gruber mit „Die Kunst der Aggression“ (Langen Müller/Herbig-Verlag) sein erstes Buch. Seither sind neun weitere Titel hinzugekommen, wobei die nächsten Projekte bereits feststehen. Im Sommer 2021 erschien Grubers aktuelle Geschichte „Phil & Sophia entdecken die Freude“ (Echo Media Buch Verlag), die bis 2024 mit drei weiteren Erzählungen fortgesetzt werden soll.