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Mödling: Sue Architekten gestalteten das Head Office von Gebhardt Productions neu
© Robert Dorner
Sue Architekten

Mödling: Sue Architekten gestalteten das Head Office von Gebhardt Productions neu

Gebhardt Productions: Der Firmenname ist nur Insidern ein (sehr guter) Begriff. Die Serien der Produktionsfirma aus Mödling kennt hingegen jeder Fernsehzuschauer: Die ORF-Hits „Wir sind Kaiser“, „Cop Stories“, „Was gibt es Neues“ und „Wir Staatskünstler“ - sie alle zählen zum Portfolio der 1997 gegründeten Filmproduktion.

 

Der Gebhardt-Stammsitz befindet sich seit Jahren in einem Industrie-Loft. Mit den Erfolgen und dem raschen Wachstum der Firma hielten die Räumlichkeiten nicht mehr mit. Gebhardt Productions beauftragten daher das Wiener Büro Sue Architekten mit einer Neugestaltung der Räume. Die Realisierung konnte nach ausführlicher Diskussion und Vorbereitung innerhalb von nur vier Wochen durchgeführt werden.

 

Beim ersten Besuch in Mödling machten Sue Architekten Bekanntschaft mit dem spartanischen Ausstattungs-Stil, der für Firmen aus der Filmszene durchaus nichts Ungewöhnliches ist. Die Architekten: "Das war überraschend. So hip und zeitgemäß die Produktionen sind, so bescheiden und nur notdürftig adaptiert zeigte sich der Ort. Der Spirit des Produkts und die freundliche Professionalität des zusammengeschweißten Teams waren räumlich nicht spürbar."

 

Wie also in der Baugestaltung darauf reagieren? "Für diese junge, dynamische und mit ihren Formaten sehr erfolgreiche Filmproduktionsfirma eine neue Identität zu schaffen, war eine Aufgabe mit schmalem Grat. Nicht zu viel und nicht zu wenig sollte es sein. Der neue Ort sollte Heimat bieten und gleichzeitig genügend Raum zum Denken lassen."

 

Im Dialog mit Gebhardt Productions wurde das Konzept entwickelt. Sue Architekten: „Die kreativen Produkte sollten im Vordergrund stehen. Wir haben daher dem Auftraggeber eine entspannte Bühne zur Verfügung gestellt. Die Bespielung im Betrieb bringt das saftige Leben.“

 

Büros und Technik müssen in der Filmbranche Seite an Seite untergebracht werden. Der Lösungsvorschlag von Sue: „Ziel war, ein robustes Grundgerüst für diese feine Truppe zu schaffen. Einen großzügigen Raum für Besprechungen mit externen Autoren, Redakteuren und Schauspielern genauso wie für freiberufliche Cutter und selbstständige Kreative.“

 

Diese Drehscheibe wurde als „großer Kreativarbeitsplatz konzipiert, an dem man gerne mal auch einen langen Tag verbringt, zwischendurch plaudert, seine eigenen Mails beantwortet und dafür einen Ort hat, an dem man nicht stört und willkommen ist. Hell sollte es sein, im Gegensatz zu den hauseigenen Schnittplätzen und den Studios. Überdies musste es gute Orte für die fix Angestellten im Team geben, an denen diese in Ruhe ihrem Alltag nachgehen können.Zu guter Letzt galt es, für die zentrale Seele von Gebhardt Productions, die im Headoffice Arbeitenden, einen Ort mit Überblick und Rückraum anzubieten. Dort laufen alle Fäden des Hauses zusammen.“

 

Beim Gestaltungs-Entwurf dachten Sue Architekten zunächst an das Naheliegende: Großformatige Bilder aus dem hauseigenen Filmfundes sollten im gesamten Bürobereich für markante visuelle Eindrücke sorgen. Doch als die Planung voranschritt, kam man von dieser Idee wieder ab. „Schlussendlich waren wir uns mit den Auftraggebern einig, dass wir die Elemente weglassen können und dass die Räume ohne aufgeblasene Filmstills vergangener Produktionen viel offener und anregender sind.“

 

In der realisierten Gestaltung begleitet jetzt das Firmenbranding die zentrale gebürstete Holzrückwand. Die Uhrzeit – wichtig in der schnellen Film- und TV-Branche - ist über einen der runden Ausschnitte jederzeit präsent. Dunkle Nischen mit Fenstern geben punktuell den Durchblick in die ebenfalls dunklen Zonen des Produktionsbüros frei, in denen der Filmschnitt und die Postproduktion untergebracht sind.

 

Während des Umbaus musste das Gebhardt-Team für vier Wochen in benachbarte Büros umziehen. Eine sehr kurze Zeit, bedenkt man, dass die Struktur des Lofts bis auf den Rohbau entkernt wurde. Jetzt ist der umgestaltete Firmensitz längst in Betrieb – und der Auftraggeber ist des Lobes voll.

 

„Der Umbau hat genau das gebracht, was wir uns erhofften: Mehr Platz für Besprechungen und eine aufgeräumte und anregende Arbeitsatmosphäre“, sagt Geschäftsführer Florian Gebhardt. „Mit dem Umbau ist unser Büro erwachsen geworden. Aus einem in die Jahre gekommenen Fleckerlteppich wurde eine auf unsere Bedürfnisse optimierte, ansprechende Arbeitsumgebung.“ Sein Fazit: „Architektur ist dann gut, wenn sie nicht nur dem Auge dient, sondern auch dem Nutzungs-Zweck. Sue Architekten hat beides gemeistert.“

 

Auch Sue Architekten sind mit ihrem neuen Umbauprojekt höchst zufrieden. „Als wir unlängst zu Besuch waren, wurlte es nur so vor lustvoll geschäftiger Energie. Das alte Fabrikgeländeist nun nicht mehr leiser Think Thank, sondern ein lichtdurchfluteter, kreativer Treffpunkt für Gebhardt Productions.“