Von der Nothilfe zur nachhaltigen Zusammenarbeit: Internationale Kulturkonferenz zur Ukraine in Graz

Von der Nothilfe zur nachhaltigen Zusammenarbeit: Internationale Kulturkonferenz zur Ukraine in Graz

15. & 16. Oktober 2026, Kunsthaus Graz

Am 15. und 16. Oktober 2026 bringt die internationale Konferenz „Networks of Cooperation: Sustainable Structures for Ukrainian Cultural Actors in Europe and Beyond“ im Kunsthaus Graz Kulturinstitutionen, Förderstellen, politische Entscheidungsträger:innen sowie Künstler:innen und Expert:innen aus der Ukraine, Österreich und Europa zusammen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aus der seit 2022 geleisteten Soforthilfe langfristige Formen kultureller Zusammenarbeit entstehen können.

Graz, Oktober 2026. Seit dem groß angelegten russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 beweist die ukrainische Kunst- und Kulturszene unglaubliche Resilienz. Kulturinstitutionen und Initiativen in ganz Europa haben mit Residenzen, Gastprogrammen, Förderungen und institutioneller Unterstützung auf die Kriegssituation reagiert. Vier Jahre später stellt sich zunehmend die Frage, wie aus diesen vielfach kurzfristigen Hilfsmaßnahmen dauerhafte Strukturen werden können.

Genau hier setzt die zweitägige Konferenz „Networks of Cooperation: Sustainable Structures for Ukrainian Cultural Actors in Europe and Beyond“ am 15. und 16. Oktober 2026 in Graz an. Veranstaltet wird sie von Office Ukraine (Wien/tranzit.at und Graz/rotor), dem österreichischen Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport sowie dem Creative Europe Desk Austria, in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Graz, dem Creative Europe Desk Ukraine und dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen. „Networks of Cooperation“ reiht sich in eine Vielzahl an Maßnahmen des österreichischen Kulturministeriums zur Unterstützung ukrainischer Kulturschaffender ein.

Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler, der die Konferenz eröffnen wird, unterstreicht die langfristige Dimension der Initiative: „Im Kontext von Zerstörung, Vertreibung und Diaspora sind Solidarität und starke internationale Netzwerke wichtiger denn je. Es ist uns ein Anliegen, beim Wiederaufbau der Ukraine Kunst und Kultur von Beginn an mitzudenken und stabile, nachhaltige Kooperationsstrukturen aufzubauen.“

Die Konferenz will dabei nicht nur Bilanz über bisherige Hilfsprogramme ziehen, sondern zentrale strukturelle Fragen stellen. Ziel ist es, ukrainische Kulturinstitutionen und unabhängige Initiativen mit europäischen Kulturorganisationen, Netzwerken, Förderstellen, politischen Entscheidungsträger:innen sowie Forscher:innen, Künstler:innen und Expert:innen zusammenzubringen. Dabei sollen auch bestehende Ungleichgewichte und Hierarchien in europäischen Fördersystemen kritisch untersucht werden.

Die Konferenz richtet den Blick damit bewusst über die unmittelbare Krisenhilfe hinaus.

Im Zentrum steht die Frage, welche Rolle Kulturinstitutionen beim Aufbau neuer, grenzüberschreitender Formen von Solidarität und Zusammenarbeit spielen können – und wie Kunst und Kultur bereits heute in jene Strukturen eingebunden werden können, die für die Zukunft und den Wiederaufbau der Ukraine entscheidend sein werden.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.artistshelp-ukraine.at

 

Georg Schöllhammer / Leiter von tranzit.at und Ko-Initiator von Office Ukraine, Wien / Foto © eSeL.at – Lorenz Seidler

“Office Ukraine wurde kurz nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 ins Leben gerufen, um geflüchtete ukrainische Künstler:innen auf vielfältige Weise zu unterstützen. Vorrangiges Ziel ist es, diesen in Österreich die Arbeit in ihren jeweiligen Feldern zu ermöglichen.“

Margarethe Makovec, künstlerische Leiterin des < rotor > Zentrums für zeitgenössische Kunst und Mitinitiatorin von Office Ukraine, Graz / Foto © Thomas Raggam

„Die Konferenz bringt ukrainische und europäische Kulturinstitutionen, Organisationen und Netzwerke zusammen. Wir wollen bestehende Beziehungen vertiefen, neue Formen der Zusammenarbeit entwickeln und gemeinsam über nachhaltige Perspektiven für das ukrainische Kulturleben als integralen Bestandteil der Zukunft Europas nachdenken.“