DIE BURG

Ein Film von Hans Andreas Guttner, 2018, 95 Minuten

Der Film “Die Burg” porträtiert eines der wichtigsten Schauspielhäuser der Welt in Form einer filmischen Entdeckungsreise, die sichtbar macht, was sonst unsichtbar ist: die Arbeit, die notwendig ist, um dieses kulturelle Instrumentarium in Gang zu halten. Es geht um das Ineinandergreifen der Arbeitsabläufe, die vielfältigen Schritte, die von der Auswahl eines Stückes bis zur Premiere zu bewältigen sind. So vermitteln die vielfältigen Perspektiven die Faszination, die vom Sujet Theater ausgeht, auf besonders intensive Weise.

Im Mittelpunkt von “Die Burg” steht die Entstehung des Stückes „Geächtet“ von Ayad Akhtar, das von den Nachwehen des 11. September in der New Yorker Upper Class handelt und mit den SchauspielerInnen Nicholas Ofczarek, Fabian Krüger, Katharina Lorenz, Christoph Radakovits und Isabelle Redfern prominent besetzt ist.

Mit dem Filmemacher Hans Andreas Guttner haben wir uns auf ein für uns bisher völlig unbekanntes Terrain gewagt: den Dokumentarfilm. Unser Theater, das in langen Probenprozessen die größtmögliche Perfektion anstrebt, bevor es sich dem Publikum zeigt, wurde für zwei Monate zum „Freiwild“ für das Kameraauge, offen, ungeschützt, ungeprobt… Ein Abenteuer für beide Seiten. Karin Bergmann, Burgtheaterdirektorin

Website Die Burg

Ein Raumwunder auf kleiner Fläche

Wie auf 35-Quadratmeter bebaubarer Fläche ein Einfamilienhaus mit 98 Quadratmetern Nutzfläche entstand

Haus in den Weinbergen des Wiener Architektur-Ateliers Allcolours

Grundstücke in gefragter Lage wechseln heute zu astronomischen Beträgen den Besitzer. Das stellt Architekten vor die Herausforderung, mit dem kostbaren Gut der Grundfläche so ökonomisch wie möglich umzugehen.

Dem Wiener Architektur-Atelier Allcolours ist jetzt in einem der schönsten Areale am nördlichen Rand von Wien ein Coup gelungen. Das von Allcolours entworfene Haus bietet auf einer bebauten Fläche von nur 35 Quadratmetern auf drei Etagen eine Nutzfläche von 98 Quadratmetern. Damit nicht genug: Das kleine, aber feine Grundstück (Gesamtfläche: 310 Quadratmeter mit Blick in die Weinberge und in die City) ist obendrein mit Swimming Pool und Fahrradraum ausgestattet.

Die Anforderungen bei der Planung dieses Einfamilienhauses waren nicht nur wegen der geringen Fläche ungewöhnlich. Das Hanggrundstück am Übergang zwischen Weinbergen und Stadt ist über einen 1,4 Meter breiten Weg mit zehn Prozent Steigung erreichbar, über den der Bau abgewickelt werden musste.

Das Team von Allcolours nahm die Herausforderung an: Die Architekten legten die große Wohnküche als Herzstück des Hauses an. Das Gebäude wurde buchstäblich um den Küchentisch herum geplant. Die Wohnküche nimmt fast die gesamte Fläche des Erdgeschosses ein.

Im Untergeschoss, das durch die Hanglage des Grundstücks reizvolle Blicke nach außen ermöglicht, sind zwei Schlafzimmer von jeweils knapp zehn Quadratmetern, das Bad, ein Schrankraum, ein Vor- und ein Technikraum angeordnet. Im Obergeschoss schließlich wurde das große Wohnzimmer mit 27 Quadratmetern Fläche errichtet.

Das Ziel der Architekten: Bei möglichst großer Privatheit sollte gleichzeitig ein Gefühl von Weite entstehen. Das Haus verstellt wie ein großer Felsbrocken die Sicht vom Zugangsweg zum privaten Garten. Die Öffnungen des Hauses erlauben den Bewohnern jedoch einen uneingeschränkten Ausblick – in einem Spiel mit Blickbeziehungen über alle drei Ebenen. Mal schaut man in den Garten oder zum Pool, dann wieder in die Weinberge oder zur City. Die faktische Kleinheit des Bauwerks wird durch diese bildhaften Ausblicke in den Hintergrund gedrängt.

In allen drei Ebenen bestimmen unterschiedliche Materialien das Bild. Der Sichtbeton im Untergeschoss mit den Schlafzimmern vermittelt eine Atmosphäre von Sicherheit. Im Erdgeschoss mit der großen Wohnküche fällt der hohe Glasanteil auf, während das Obergeschoss rundum das gewünschte Holz-Feeling spüren lässt. Als verbindendes Herzstück zwischen den Ebenen dient die Treppe, die wie eine begehbare Skulptur, ein begehbares Möbel angelegt ist.

Die bis ins Detail durchdachte Konzeption des Hauses macht sich nicht nur in den Innenräumen, sondern auch außen bemerkbar. Die feine Holzfassade etwa wurde mit unterschiedlich breiten Latten errichtet, in die obendrein viele unsichtbare, aber perfekt nutzbare Funktionen integriert sind: Von der nahtlos eingebauten Haustüre bis zu Revisionsklappen für den Sonnenschutz.

Der 14 Quadratmeter große Swimming Pool hat seinen Platz hinter dem Haus an der höchsten Stelle des Gartens. Die Folge: Auch von dort genießt man tolle Ausblicke in die umgebenden Weinberge und in die Stadt. Was das Material betrifft, ist der Pool eine „puristische Wanne“ aus Sichtbeton. Diese Bauweise lässt das Wasser in einem magischen, bergseeartigen Grün erscheinen.

Die Steilheit des Geländes wurde ganz bewusst ausgenutzt. Das Nebengebäude beherbergt mit seinen schrankartig ausgebildeten Räumen die Pooltechnik und die Fahrrad-Abstellnische. Das Projekt zeigt ein Spiel mit Dimensionen: Höhe und Sockel vergrößern das Gebäude, ohne den Maßstab zu verlieren. Die unterschiedlichen Fensterformate unterstützen die Lesbarkeit des Baukörpers, ohne Kleinteiligkeit zu demonstrieren. Trotz des Standorts in der Millionenstadt Wien vermittelt das Gebäude eine gewisse Ferienhaus-Idylle – zu der natürlich auch der Pool mit seiner farblichen Alpensee-Aura  das Seine beiträgt.

Das Allcolours-Team hat in der Vergangenheit bereits mit einem anderen Projekt gezeigt, wie ökonomisch es beschränkte Grundflächen zu nutzen vermag. Der Bau eines Wohnhauses am Wiener Donaukanal, das auf 50 Quadratmetern Grund eine Nutzfläche von 120 Quadratmetern entstehen ließ, fand in der Öffentlichkeit große Beachtung.

www.allcolours.eu

Liste, der am Bau beteiligten Firmen (Planer, Handwerker + Lieferanten)

Baumeister:

Kontakt

Pooltechnik:

Fordinal http://www.fordinal.at/kontakt.php

Inneneinrichtung, Küche: Design und Planung ALLCOLOURS / Umsetzung: http://www.gallant.at/#kontakt

Holzbau, Fenster & Verglasungen, Fassaden, Beschattung, Zaun
https://www.lueftenegger.eu/kontakt.html

Elektriker:

ET Fritz GmbH Kontakt

Installateur:
https://www.eckl-installationen.at/de/kontakt/

Vom Bauen der Zukunft – 100 Jahre Bauhaus

D 2018 | 90 Minuten Regie: Niels Bolbrinker, Thomas Tielsch

Vor beinahe hundert Jahren wurde eine radikale künstlerische Utopie in die beschauliche Stadt Weimar hineingeboren: Das Bauhaus. Ihre Auswirkungen prägen unsere Lebenswelt bis heute. Vor dem Hintergrund des 100. Bauhaus-Jubiläums erzählt der Dokumentarfilm “Vom Bauen der Zukunft – 100 Jahre Bauhaus” nicht nur Kunst-, sondern Zeitgeschichte. Von Beginn an fragten die Architekten und Künstler des Bauhaus, darunter Walter Gropius, Wassily Kandinsky oder Paul Klee: Wie zusammenleben? Was bedeutet „zusammenleben“? Wie lassen sich Räume so gestalten, dass alle Menschen am gemeinsamen Leben teilhaben? Mit dem Bauhaus wurden Kunst, Gestaltung und Architektur politisch. Es entstand eine Raumkunst, die sich ebenso wenig zu schade war, über den Abstand zwischen Badewanne und Toilette nachzudenken wie über den idealen Stuhl.

Der Dokumentarfilm “Vom Bauen der Zukunft – 100 Jahre Bauhaus” geht zurück zu den Anfängen der ersten Bauhaus-Gruppe um Walter Gropius, deren Ausbildungskonzept zwischen Feiern und Forschen revolutionär war. Vom Bauhaus als gesellschaftlicher Utopie ausgehend fragen Niels Bolbrinker und Thomas Tielsch nach ihrer Evolution, ihrem Wandel und ihrer Inspirationskraft im Lauf der letzten hundert Jahre. Wie können die Ideen des Bauhaus den Herausforderungen des globalen Kapitalismus und seiner Umwälzung der Wohnungsmärkte begegnen?

“Vom Bauen der Zukunft – 100 Jahre Bauhaus” führt uns vom legendären Bauhausgebäude in Dessau zu visionären Projekten in lateinamerikanischen Favelas, von den Kursen der Bauhaus-Meister Kandinsky, Klee und Schlemmer zu skandinavischen Schulen ohne Klassenräume, von der Berliner Gropius-Stadt zur Vision einer autofreien Metropolis.

Kindheit. Ein Film von Margreth Olins

N 2017 | 90 Min

Der Dokumentarfilm “Kindheit” fängt den Zauber der Kinder und des Aufwachsens in berührenden Bildern ein

Kinder sind ein Schatz, den es zu behüten gilt. Ihr Aufwachsen hat etwas Verletzliches, etwas Schutzbedürftiges. Sie alle eint ein Leuchten, ein Strahlen, das von Innen herauskommt. Mit ihrem Lachen lehren sie uns eine Unbeschwertheit und Freiheit, die uns wohl zwangsläufig irgendwann verloren geht.

Der Dokumentarfilm “Kindheit” „fängt den ganzen Zauber der Kinder und ihrer Zeit in auffallend schönen, berührenden Bildern ein“ (Süddeutsche Zeitung). Entgegen unserem modernen Selbstoptimierungszwang, nach dem Kinder möglichst schon im Kindergarten lesen und eine Fremdsprache lernen sollen, zeigt dieser Film Kinder, die von Erwachsenen noch in Frieden gelassen werden und im Wald lernen dürfen, was wachsen heißt.

Die Regisseurin Margreth Olin versteht ihren Film als stillen Protest und zeigt mit ihm ein Plädoyer für das Recht auf eine behütete Kindheit, bevor die Kinder wohl ohnehin noch früh genug erfahren müssen, was es heißt, erwachsen zu werden.

kindheitderfilm.de

facebook.com/KindheitFilm

Europäische Kulturhauptstadt 2024

Österreich: Europäische Kulturhauptstadt 2024

Kick-off: Ausschreibung und öffentliche Konferenz m 9. Juni

Österreich wird im Jahr 2024 zum dritten Mal nach Graz 2003 und Linz 2009 eine Europäische Kulturhauptstadt stellen. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Schon im April gab es die ersten Workshops und Anfang Juni 2017 erfolgt die Ausschreibung für jene Städte, die sich um den Titel Europäische Kulturhauptstadt bewerben wollen.

Aus diesem Anlass veranstaltet das Bundeskanzleramt am 9. Juni (9.30 Uhr) in Wien eine öffentliche Konferenz, die unter dem Leitthema „ Mehr Kultur durch mehr Europa“ steht. Alle Bewerber, aber auch die Öffentlichkeit und Medien, sind zur Konferenz eingeladen (Haus der Europäischen Union, Wipplingerstraße 35, 1010 Wien, Anmeldung: www.creativeeurope.at )

Die Konferenz wartet mit einem interessanten Programm auf. Kulturminister Thomas Drozda, der Programmdirektor der Kulturhauptstadt Linz 2009 und Marseille-Provence 2013 Ulrich Fuchs, der künstlerische Leiter der Ars Electronica Gerfried Stocker, die künstlerische Leiterin der Brunnenpassage Anne Wiederhold oder Cornelia Gerdenitsch vom Austrian Institute of Technology sowie Schriftsteller und Historiker Doron Rabinovici und noch viele weitere Expertinnen und Experten werden an der Kick-off-Veranstaltung „Kulturhauptstadt 2024“ teilnehmen.

Für musikalische Impulse sorgen Die Strottern und Slamlabor.

Mehr Informationen….

Kulturplattform Donauraum

Kulturplattform Donauraum – Kreative Orte des 21. Jahrhunderts

Österreich ist federführender Partner bei einem EU-Projekt zum Themenkreis Kunst, Kultur & Tourismus

In Wien fällt jetzt der Startschuss für ein ehrgeiziges EU-Projekt, das die kulturellen und touristischen Verbindungen der Länder Zentral- und Osteuropas stärken soll. Unter dem Titel „Kulturplattform Donauraum – Kreative Orte des 21. Jahrhunderts“  wird eine Strategie erarbeitet, historische Orte und Ereignisse einem internationalen Publikum mit zeitgemäßen Formaten (High-Tech-Design, digitale Visualisierungen, Kunst, etc.) zu vermitteln.

6 Länder nehmen an der Kulturplattform Donauraum teil, wobei Österreich federführend ist. Ziel ist es, weitere Länder einzuschließen, sodass schließlich alle 14 Länder der EU-Donauraumstrategie mit an Bord sind. Neben den EU-Staaten Deutschland (mit den Donau-Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern), Österreich, Slowakei, Tschechien, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Rumänien und Bulgarien sind auch die angrenzenden Staaten Serbien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Moldau und Ukraine. Die EU finanziert 85 Prozent des Budgets von 1,7 Millionen Euro.

Die wohl spannendste Intention des Projekts ist es, versteckte Stätten des Kulturerbes („hidden heritage hot spots“) und historische Ereignisse entlang der Donau und ihren Wasserverbindungen zu ergründen und mit Mitteln der Kunst sichtbar zu machen.

Kunst – Kultur – Tourismus: Mit diesen drei Begriffen sind die Eckpfeiler der Kulturplattform Donauraum konkret umschrieben.

Die europäische Geschichte bildet das Fundament. Die kulturellen Spuren mit ihren bekannten und ihren neu zu entdeckenden, versteckten Stätten werden zu Kulturrouten verknüpft. Mit dem Institut für Kulturrouten des Europarats wurde ein sehr renommierter und strategisch wichtiger Partner gewonnen. Diese Routen schließlich eignen sich dann perfekt zur kulturtouristischen Nutzung.

Unter der Federführung des Bundeskanzleramts Österreich in Wien wird ein kulturpolitisches Netzwerk eingerichtet, das die 14 Länder der Kulturplattform Donauraum umfasst und das Vertreter aus Kultur und Tourismus sowie NGOs einbezieht.

Als wissenschaftliches Fundament des Projekts dient eine zu erstellende Studie mit dem Titel „Mapping of places of history“. Sie soll das Mapping zu Kulturrouten und zu interessanten historischen Orten mit wichtigen Daten enthalten.

„Heritage Reloaded“ ist sodann der Titel für Pilotprojekte der Kulturplattform Donauraum. Hier geht es um High Tech und um digitale Visualisierungen, aber auch um zeitgenössische Kunst und klassische Ausstellungsformen, die wiederum mit Film oder mit Animation angereichert werden können. Da die versteckten Stätten des Kulturerbes im Vordergrund des Projekts stehen, wird der „Sichtbarmachung des Unsichtbaren“ eine besondere Bedeutung zukommen.

Was bedeutet unsichtbar in diesem Zusammenhang? Es kann um Orte gehen, die unbekannt sind, die unter der Erde liegen, die zerstört oder von Politik und Gesellschaft verdrängt wurden. Diese Stätten, wie z.B. ein römisches Badehaus in Oberösterreich oder die zerstörte Synagoge von Vidin/ Bulgarien, werden mittels 3D-Visualisierungen rekonstruiert oder durch eine künstlerische Interpretation zu neuem Leben erweckt.

Die konkreten Arbeiten an dem Projekt beginnen am 20. April in Wien mit dem Experten-Workshop „Discovering Hidden Heritage“ zum Thema der Verbindung von Kultur und Tourismus. Zwei weitere Workshops werden folgen: Im Frühjahr 2018 geht es in Linz um die Vermittlung von Geschichte, im Herbst 2018 in Regensburg um die Förderung des kulturellen Austauschs.

Das EU-Projekt Kulturplattform Donauraum läuft bis zum Juni 2019, dann sollen in einer Schlusskonferenz alle Erkenntnisse zusammengefasst und Modelle der neuen, innovativen Kulturrouten präsentiert werden.

Website: www.interreg-danube.eu

PROJEKT PARTNER

Bundeskanzleramt, Sektion Kunst und Kultur, Federführung: Österreich

Land Oberösterreich, Oberösterr. Landesmuseen, OK Kulturzentrum, Österreich

Ministerium für Forschung, Wissenschaft und Kunst, Baden-Württemberg, Deutschland

Kulturministerium Rumänien

Kulturministerium Bulgarien

Tourismusministerium Bulgarien

Stadt Regensburg, Deutchland

Zsolnay Kulturquartier, Pécs, Ungarn

Danube Competence Center, Belgrad, Serbien

FRONTALE FILM FESTIVAL

Filmfestival Frontale 2017: Neuer Schauplatz Stadttheater Wiener Neustadt – Eröffnung mit „Licht“ von Barbara Albert

Vom 15. bis zum 19. November findet in Wiener Neustadt wieder die Frontale statt. Es ist bereits die siebte Auflage des Internationalen Filmfestivals im Süden Niederösterreichs. Doch die Frontale 2017 hat viel von einem Neubeginn.

Das Festival vergrößert nämlich seine Zuschauer-Kapazität und bekommt einen neuen und zugleich alten Schauplatz mit großer Filmtradition. Von der Event-Location SUB übersiedelt die Frontale ins Stadttheater Wiener Neustadt, das erstmals seit 18 Jahren wieder als Kino genutzt wird.

„Das Land Niederösterreich und die Stadt Wiener Neustadt verfolgen gemeinsam das Ziel, Wiener Neustadt als ein Zentrum des Films zu positionieren. Die Rückkehr des Films ins Stadttheater und die Weiterentwicklung der Frontale sind die Basis dafür. Gemeinsam kann es uns gelingen, dem österreichischen Film in Wiener Neustadt eine Heimat zu geben und gleichzeitig die Filmfestival-Achse Wien – Wiener Neustadt – Graz aufzuwerten. Mein Dank gilt unserem Ehrenbürger Karl Merkatz, der die Schirmherrschaft für die Frontale übernommen hat, allen Sponsoren sowie dem gesamten Team, das sich für unser Filmfestival engagiert“, so Bürgermeister Mag. Klaus Schneeberger.

Die Frontale hat ein Budget von 84.000,- Euro, davon 35.000,- Euro vom Land Niederösterreich und 19.000,- Euro von der Stadt Wiener Neustadt. Das restliche Budget wurde durch Sponsoren aufgestellt.

Die neue Film-Ära im Stadttheater beginnt mit einem Film aus Österreich, der international Furore machte. Bei der Frontale-Eröffnungsgala am 15. November wird „Licht“ von Barbara Albertt gezeigt. Das Künstlerdrama hatte im September Weltpremiere beim Festival Toronto und Europapremiere beim Festival San Sebastian.


Das Stadttheater Wiener Neustadt, 1794 eröffnet, wurde im 20. Jahrhundert bis 1999 regelmäßig als „Theaterkino“ verwendet. „Ich hatte als Jugendlicher im damaligen Theaterkino mein erstes Kino-Erlebnis“, sagt Christoph Dostal, der neue Direktor der Frontale und des Stadttheaters. „Das war wegweisend für mich. Umso mehr freue ich mich, dass es uns gelungen ist, den Film zurück ins Stadttheater zu holen und die alte Kinoleinwand von damals mit einem neuen Projektor zum Flimmern zu bringen. Damit auch die nächsten Generationen in diesem besonderen Ambiente – während des Festivals bereichert durch Publikumsgespräche – prägende Filmerlebnisse haben können.“

Digitalprojektion. Die Kinotechnik wurde grundlegend modernisiert. Das Stadttheater verfügt nun über einen DCP-Projektor, mit dem die Filme digital abgespielt werden. Der DCP-Projektor kostete 57.000,- Euro, davon steuerte 30.000,- Euro das Land Niederösterreich bei. Der Frontale-Eröffnungsfilm „Licht“ wird die erste digitale Filmvorführung im Stadttheater. Um den DCP-Projektor nach der Frontale ganzjährig zu nutzen, wird die neue Reihe „Film im Theater“ aufgebaut. Damit soll das kulturelle Leben im Herzen von Wiener Neustadt enorm aufgewertet werden.

Doch nun steht erst einmal das Internationale Filmfestival im Mittelpunkt. Die 7. Frontale lockt mit hochqualitativen Filmen aus unterschiedlichsten Genres, mit drei Kurzfilm-Wettbewerben sowie mit spannenden Gesprächen, zu denen renommierte Filmemacher und Schauspieler erwartet werden. Spezial-Events und die breite Beteiligung der Schulen aus dem Raum Wiener Neustadt sind weitere Eckpfeiler im Programm. Die Stadt erwartet während der Frontale eine zusätzliche Besucher-Bewegung in der Innenstadt von ca. 5.000 Personen.

Filmprogramm. Im Programm sind an den fünf Festivaltagen wichtige aktuelle Produktionen aus österreichischer und deutscher Produktion, sowie auserlesene internationale Kurzfilme zu sehen.
Die Filme und Termine:

„Licht“ von Barbara Albert (15. 11.): Künstlerdrama um eine blinde Pianistin, die im Wien des Rokoko als Wunderkind galt. Mit Maria Dragus, Devid Striesow und Lukas Miko.

„Top Gun“ von Tony Scott (16.11./20 Uhr): Die FRONTALE feiert in ihrer „Classic Schiene” einen der einflussreichsten Filme der Neuzeit auf der großen Leinwand und lädt zur Zeitreise in die 80er Jahre. Der Zufall will es, dass Rick Rossovich, der Ron „Slider” Kerner darstellt, auch in „A Beautiful Day” am 15.11.2017 im Kurzfilmblock 1 der FRONTALE mitspielt.

„Siebzehn“ von Monja Art (16. & 17. 11.): Coming-of-Age-Drama über eine Gruppe von Teenagern aus der Umgebung von Wiener Neustadt. Mit Elisabeth Wabitsch, Vanessa Otzinger, Alexander Wychodil. Siegerfilm beim Festival Max Ophüls Preis 2017 in Saarbrücken.

„Die Migrantigen“ von Arman T. Riahi (17. 11.): Multi-Kulti-Komödie über zwei gebürtige Wiener, die für eine TV-Dokumentation so tun, als wären sie Migranten mit kleinkriminellem Touch. Mit Faris Rahoma, Aleksandar Petrovic, Doris Schretzmayer. Publikumspreis beim Nashville Film Festival,USA.

„Toni Erdmann“ von Maren Ade (18. 11.): Tragikomisches Vater-Tochter-Drama, das weltweit zum Erfolg wurde und demnächst ein US-Remake (mit Jack Nicholson und Kristen Wiig) bekommt. Mit Peter Simonischek, Sandra Hüller. Europäischer Filmpreis, Deutscher Filmpreis, Oscar-Nominierung.

„Fremde Tochter“ von Stephan Lacant (18. 11.): Multi-Kulti-Beziehungsdrama. Mit Elisa Schlott, Hassan Akkouch, Heike Makatsch. Österreich Premiere!

„Untitled“ von Monika Willi (18. 11.): Reise-Dokumentation, die von Monika Willi aus dem nachgelassenen Bildmaterial von Regisseur Michael Glawogger montiert wurde, der während der Dreharbeiten in Afrika verstarb. Sprecherin: Birgit Minichmayr. Weltpremiere bei der Berlinale 2017. Diagonale-Preis für Kameramann Attila Boa (beste Bildgestaltung).

„Die beste aller Welten“ von Adrian Goiginger (19. 11.): Kindheits-Drama über einen Siebenjährigen, dessen Mutter es trotz ihrer Drogenabhängigkeit schafft, ihm die beste aller Welten zu bereiten. Mit Verena Altenberger, Jeremy Miliker, Lukas Miko. Kompass-Perspektive-Preis der Berlinale 2017. Diagonale-Publikumspreis.

Bei diesen Filmen sind zusätzlich zu den Vorführungen Publikumsgespräche angesetzt, zu denen Regisseure (u.a. Monja Art, Arman T. Riahi und Adrian Goiginger) sowie Schauspieler (u.a. Peter Simonischek, Lukas Miko, Verena Altenberger und Birgit Minichmayr) erwartet werden.

Kurzfilme. Einmal mehr widmet sich die Frontale besonders intensiv dem Kurzfilm-Sektor. Kurzfilme zählen in der Filmbranche als Visitenkarte aufstrebender Filmemacher. Oftmals sind sie die Eintrittskarte in die breite Welt der abendfüllenden Langspielfilme. Das Festival macht es sich zur Aufgabe, außergewöhnliche Kurzfilmproduktionen zu ehren und mit Auszeichnungen zu prämieren.

In sechs Kurzfilmblöcken werden 20 nationale und internationale Kurzfilme gezeigt, die Titel wie „Wannabe“ (von Janis Lenz), „Bankomat“ (von Lukas Neukirchner),  „A beautiful Day“ (von Phedon Papamichael), „Mathias“ (von Clara Stern) oder „Bier & Calippo“ (von Paul Ploberger) tragen. Diese Filme treten in den drei Wettbewerben der Frontale an.

Preise. Den Internationalen Kurzfilmpreis (dotiert mit 1.500 Euro) gibt es für den besten Kurzfilm des Festivals. Der Regionalfilmpreis NÖ (1.000 Euro) ehrt besondere Leistungen aus der Region Niederösterreich. Der Publikumspreis schließlich stellt den eigentlichen Härtetest des Festivals dar. Die Besucher bestimmen, welcher Film ausgezeichnet wird. 


Das kritische Publikum spendet hierfür über die gesamte Dauer des Festivals Geldbeträge, welche nach einem Votingverfahren dem Sieger ausgehändigt werden. Die Höhe des Geldbetrages summiert sich aus den gesammelten Publikumsspenden.


Info. Alles über die 7. Frontale 2017: www.frontale.at
Ö-Ticket:

Personal View

Brillen-Chic aus der Steiermark:

Ausstellung “Personal View”

16. September – 11. November: Robert La Roche präsentiert “Original Vintage – 45 Jahre österreichisches Brillendesign made in Hartberg”

2016 wurde der weltbekannte österreichische Brillendesigner Robert La Roche mit einer großen Ausstellung im Wiener Museum für angewandte Kunst (MAK) geehrt. Jetzt geht La Roche mit einer neuen Schau dorthin, wo viele seiner besten Entwürfe realisiert wurden: nach Hartberg in der Steiermark.

Die Ausstellung “Robert La Roche – Original Vintage” (Hartberg, Herrengasse 15 + 20) zeigt vom 16. September bis zum 11. November einen Überblick über sein einzigartiges Oeuvre, das ihn zum Brillen-Ausstatter von Stars wie Arnold Schwarzenegger, Yoko Ono oder Meryl Streep werden ließ. Zugleich erfährt man, wie wichtig zehn Jahre lang die präzise Arbeit der Hartberger Brillenmanufaktur Eyewear Solutions war, um La Roche’s Designs perfekt umzusetzen.

Die Vorgeschichte: der Wiener Robert La Roche, Jahrgang 1938, hatte im Jahr 1973 damit begonnen, Brillen zu entwerfen – als Autodidakt. Das Ein-Mann-Unternehmen (heute würde man sagen: Start-Up) des Quereinsteigers wurde rasch zum internationalen Erfolg. La Roche kreierte im Lauf der Jahre etwa 1200 Brillenmodelle, von denen sich viele durch kräftige Farben und markante Designs auszeichneten. Doch auch seine zeitlosen Klassiker sind als „Original Vintage“-Modelle bis heute gefragt.

In den ersten Jahren ließ La Roche seine Brillen – die stets das Markenzeichen Robert La Roche Vienne trugen – in Italien produzieren. Ende der Achtziger Jahre verlegte er die Fertigung zu Eyewear Solutions in die Steiermark. La Roche: „Die Kooperation mit der Manufaktur in Hartberg war von Anfang an harmonisch. Man war experimentierfreudig, hungrig auf neue Ideen, sehr kooperativ und außerdem verlässlicher als die lässigen Italiener. Meine Zusammenarbeit mit Hartberg umfasste zehn erfolgreiche und produktive Jahre.“ Nachdem er weltweit geschätzt vier Millionen Brillen abgesetzt hatte, verkaufte Robert La Roche 1999 seine Marke.

Bei der Ausstellung “Personal View” dreht sich alles um die Brillen, die Robert La Roche in Hartberg produzieren ließ – darunter Kollektionen wie “ichi-ban” oder “rob”, aber auch sehr viele Metallbrillen. Zusätzlich werden die aufsehenerregenden Werbekampagnen für die Modelle gezeigt, denn der gelernte Werbefachmann La Roche war ja auch ein begnadeter Vermarkter.

Als wichtige Ergänzung gibt es eine Vitrine, in der die quasi “historischen” La Roche-Brillen aus den frühen Jahren des Unternehmens zu sehen sind. Unter dem Titel “RLR in Hollywood” findet man einen Überblick über die magische Wirkung, welche die Brillen aus Wien auf berühmte Filmstars und Filmproduktionen ausübten. Obendrein läuft in Hartberg auf einem Monitor in Endlosschleife ein Film über die La Roche-Ausstellung 2016 im Wiener MAK.

Bei Tag und bei Nacht – Aus dem Leben eines Bergdoktors

Ein Film von Hans Andreas Guttner

“Bei Tag und bei Nacht” ist das realistische Porträt eines Kärntner Landarztes und seiner Patienten, erzählt über ein Jahr: die Wirklichkeit hinter der Fiktion von Fernsehserien und Arztromanen. Dr. Martin Guttner ist der “Bauerndoktor” von Oberdrauburg, Knotenpunkt einer bäuerlichen Lebenswelt, die der Film erkundet. In dieser Welt hat der Doktor seinen ganz spezifischen Platz, er ist nicht nur Arzt, sondern auch Beichtvater, Seelsorger und Dorfautorität: Zu ihm kommen 90% der Leute, und wer zu alt oder zu krank ist, zu denen kommt er. So wird er zum kommunikativen Zentrum, zum sozialen Katalysator eines ländlichen Mikrokosmos, einer Welt, die noch in Ordnung scheint, deren Widersprüche aber immer wieder an die Oberfläche dringen.

“Bei Tag und bei Nacht” ist ein Film, der ganz nebenbei zeigt, woher Österreich bis heute einen wesentlichen Teil seiner Identität bezieht: das landwirtschaftliche Erbe. Hier, wo die Steilheit der Hänge sich als nicht geeignet für eine agroindustrielle Nutzung erwies, hat sich mit Abstrichen ein bäuerliches Leben erhalten, wie es sonst selten geworden ist. Der Film entfaltet in 111 Minuten das Panorama einer Solidargemeinschaft, Menschen, die in einer Tradition stehen, die gegen die Zumutungen einer globalisierten Zukunft durch ihre konkrete Existenz Widerstand leisten.

Doch schildert “Bei Tag und bei Nacht” keine Idylle, die Verluste sind sichtbar: Die Welt der Bergbauern und der Beruf des Landarztes sind trotz allem im Verschwinden begriffen. Über dem Ganzen liegt eine Melancholie des Verlustes, dem die Oberdrauburger aber mit viel Humor begegnen. So webt der Film aus dem Alltag des Bergdoktors Martin Guttner und der Lebenswelt seiner Patienten vor dem Hintergrund der grandiosen Landschaft der Gailtaler Alpen und Lienzer Dolomiten das musikalische, emotional und ästhetisch reichhaltige Porträt einer Region und ihrer Menschen.

Website:

www.beitagundbeinacht.com

Österreich 2016, 111 Minuten

Das Leben ist keine Generalprobe

Schuhe und Schlagzeilen, Ruhe und Rebellion – Die Welt des Heini Staudinger. Ab 8.April 2016 im Kino

Ein Film von Nicole Scherg
A 2016, 90 min.

„Mich interessiert das Kapital wenig und das Leben sehr“, sagt Heinrich „Heini“ Staudinger. Mit diesem Grundsatz ist der Oberösterreicher aus dem Waldviertel zu einer der schillerndsten Unternehmer-Persönlichkeiten Österreichs geworden. In seinen GEA-Läden verkauft er hochwertige Möbel, Taschen und Textilien – und Schuhe der Marke „Waldviertler“, die er in einer großen Halle in Schrems mit 250 Mitarbeitern selbst erzeugt.

Mit dieser Fabrik geriet er freilich in die Schlagzeilen. Wegen seiner Ansichten zum Thema Kapital. Weil ihm die Bank benötigte Kredite nicht gewähren wollte, sammelte er bei Kunden und Freunden drei Millionen Euro ein. Eine Art Crowdfunding also, das ihm jedoch eine Klage der Finanzmarktaufsicht (FMA) eintrug. Denn die FMA fand, diese Form der Finanzierung sei ein Bankgeschäft. Und dafür brauche Staudinger eine Konzession. Vor Gericht bekam die FMA Recht. Doch Staudinger weigerte sich, die verhängte Strafe zu zahlen: „Wir dulden die Bevormundung durch die FMA und die Republik nicht.“

Dieser Satz fällt in „Das Leben ist keine Generalprobe“, der neuen Dokumentation über Heini Staudinger und seine Welt. Die Filmemacherin Nicole Scherg wurde für die Produktion zu Staudingers ständiger Begleiterin. Der Film porträtiert den alternativen Schuhfabrikanten und seine Co-Geschäftsführerin Sylvia Kislinger. Aber auch das Waldviertler/GEA-Team sowie der Denker und Wortschmied Moreau, der als Chefredakteur der GEA-Gazette „brennstoff“ das Unternehmensmodell mit vielen schillernden Zitaten kommentiert, kommen ausführlich ins Bild.

„Das Leben ist keine Generalprobe“ ist ein ruhiger und zugleich fesselnder Film, der das Bild einer kleinen Wirtschaftswelt jenseits des Mainstreams zeichnet, in der Aktienkurse und Profiterwartungen keine Bedeutung haben. Qualität sowie die Zufriedenheit von Mitarbeitern und Kunden sind hingegen ein hohes Gut. Die Regisseurin Nicole Scherg geht der Frage nach: Wie lassen sich die Visionen einer gerechten Welt, die den Firmeninhaber Heinrich Staudinger antreiben, in den wirtschaftlichen Entwicklungen der Gegenwart verwirklichen?

www.daslebenistkeinegeneralprobe.at

Produktion: NGF – Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion GmbH