Live via Internet: Zwei Programme mit Sona MacDonald

„Das MuTh gibt nicht auf“, sagt Elke Hesse. „Wir ziehen unser Programm so gut wie möglich durch und wollen mit unserem Publikum in Kontakt bleiben.“ Trotz der Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie hat die MuTh-Direktorin im Februar gleich zwei Events mit Josefstadt-Star Sona MacDonald angesetzt – erst ein Künstlergespräch, dann ein Live-Konzert. Das Publikum kann an beiden Abenden (10. und 24. Februar) via Internet (www.muth.at) live dabei sein. Im Internet wird am 16. Februar auch der Abend „Bottesini lässt grüßen“ übertragen, bei dem der Klarinetten-Virtuose und Philharmoniker Daniel Ottensamer gemeinsam mit Christoph Traxler (Klavier), Ödön Racz (Kontrabass) und Romana Amerling (Gesang) zu hören ist.

„MuTh ¼ Stunde“: Elke Hesse im Gespräch mit Sona McDonald

Mittwoch, 10. Februar, 17.45 Uhr, Live via Internet

Am 10. Februar empfängt Elke Hesse Sona MacDonald zum Gespräch im Rahmen der Reihe „MuTh ¼ Stunde“ im Konzertsaal am Augartenspitz. Hesse: „Die MuTh ¼ Stunde ist eine Möglichkeit, sich online und interaktiv mit dem Publikum auszutauschen, weil Fragen an die KünstlerInnen gestellt werden können.“ Für Gesprächsstoff ist gesorgt. Sona MacDonald: „Dadurch, dass das MuTh den Wiener Sängerknaben, der klassischen Musik und auch modernen Stilrichtungen ein Zuhause bietet, hat es ein sehr wienerisches Flair bekommen. Es ist ein Ort, an dem sich viele Künstler abseits ihrer gewohnten Theater treffen können. Elke Hesse gibt uns allen eine Plattform.“

„Virtuosität gefragt: Bottesini lässt grüßen“: Daniel Ottensamer in the MuTh

Dienstag, 16. Februar, 20 Uhr, online

Der 1821 verstorbene Giovanni Bottesini gilt als „Paganini des Kontrabasses“. Dementsprechend virtuos sind seine Kompositionen. Ihm widmen Klarinettist Daniel Ottensamer und Pianist Christoph Traxler zum 100. Geburtstag diesen speziellen Musikabend. Eingeladen haben sie dazu die Sopranistin Romana Amerling und den Kontrabassisten Ödön Rácz, wie Ottensamer Mitglied der Wiener Philharmoniker. Die melodiöse Rigoletto-Fantasie von Luigi Bassi gilt als Standardwerk der Klarinettenliteratur und ist anspruchsvoll – genau das Richtige für Daniel Ottensamer! Bassi war übrigens Soloklarinettist an der Scala in Mailand. „Bottesini läst grüßen“: Gesang: Romana Amerling, Klarinette & Moderation: Daniel Ottensamer, Kontrabass: Ödön Rácz, Klavier Christoph Traxler

„Storybook“: Sona MacDonald & The Whizkey Brothers
Mittwoch, 24. Februar, 20 Uhr, online

Gesungen und erzählt: Kammerschauspielerin Sona MacDonald und The Whizkey Brothers überraschen immer wieder mit ausdrucksstarken Neuinterpretationen von Evergreens aus dem Great American Songbook. Diesmal spielt die Combo rund um die Diva, die den Jazz leidenschaftlich liebt, Hits von Carole King, Joni Mitchell und vielen anderen mehr, darunter Titel wie You’ve Got A Friend, Both Sides Now oder Somewhere. Mit Sicherheit wird dazu auch die eine oder andere überraschende Story ausgepackt. Geschichten mit Tiefgang und vor allem: Sound!

Sona MacDonald über die Hintergründe des Programms: „Ich bin ja in den USA aufgewachsen, und in meinen Teenager-Jahren zählten Sängerinnen wie Carole King zu meinen Inspirationen. Ihre Texte zu hören, war für mich wie ein Elixier. Auch Komponisten wie Burt Bacharach – mein Gott, was haben diese Künstler für großartige Texte geschrieben! „Great American Songbook“ ist ein Überbegriff für Lieder, die aus Amerika kommen. Von einem gemeinsamen Stil würde ich jedoch nicht sprechen – alle Sänger, ob Billy Joel oder Billie Holiday, haben ihre persönliche Note. Ich werde in meinem Programm aber auch deutsche Lieder singen, aus dem Repertoire von Kurt Weill oder Lotte Lenya oder Marlene Dietrich.

Auf den Auftritt im MuTh freut sich Sona MacDonald nicht nur aus musikalischen, sondern auch aus architektonischen Gründen: „Das MuTh erinnert mich an einen Konzertsaal des berühmten amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright am Florida Southern College in Lakeland. Das kenne ich seit meiner Jugend, weil mein Vater dort unterrichtet hat. Beides sind Säle, die Weite und zugleich Intimität ausstrahlen.“

Ein Wermutstropfen ist natürlich die Tatsache, dass das Konzert wegen der Pandemie ohne Zuschauer im Saal stattfinden muss: „Ein reales Publikum atmet und fühlt mit dir während der Vorstellung. Das ist das Ideal.“ Aber, so die Künstlerin: „Ein Online-Konzert eröffnet eine andere Form der Kommunikation. Weil ich mit meinen wunderbaren Musikern interagieren kann, weil ich das Publikum an den Geräten auf unser Repertoire aufmerksam machen kann – und darauf, dass wir wiederkommen, sobald wir wieder vor Publikum auftreten können. So eine Gelegenheit muss man nützen!“

Sona MacDonald tritt im MuTh mit ihrer Band, den Whizkey Brothers um Pianist Christian Frank, auf. „Wir haben schon fünf oder sechs Produktionen gemeinsam gemacht, von Wittenbrink-Abenden bis zu den Programmen über Billie Holiday, Lotte Lenya und Marlene Dietrich, die fanden an der Josefstadt statt. Außerdem waren wir gemeinsam auf Tournee. Wir kennen einander also sehr gut und sind ein eingespieltes Team. Der Bandname Whizkey Bothers entstand aufgrund einer Vorliebe der Musiker: Die Burschen trinken gern in der Pause einen Schluck Whisky. Pianist Christian Frank, Saxophonist Herb Berger und ich haben übrigens jetzt während des Lockdowns eine CD aufgenommen. Titel: „And So It Goes“. Bei unserem Konzert werden wir auch Lieder aus dieser CD spielen.“

„Storybook“: Gesang: Sona MacDonald, Klavier & musikalische Leitung: Christian Frank, Reeds: Herb Berger, Kontrabass: Andy Mayerl, Schlagzeug: Klaus Pérez-Salado

Muth Lab: „Wiener Musik mit dem Ensemble Bravour Schrammeln

Dienstag, 23. Februar, bis Freitag, 26. Februar, jeweils 17 Uhr

Wiener Musik konzertant und virtuos ohne die typischen Gassenhauer – geht das? Natürlich. Dank der Weiterentwicklung durch die Brüder Karl und Josef Mikulas. Diese zwei Herren haben es zu Beginn des 20. Jahrhunderts verstanden, ihre Virtuosität in die Wiener Volksmusik so einzubinden, dass daraus unglaubliche Bravourstückerl entstanden sind.

Josef Mikulas, der virtuoseste Schrammelharmonikaspieler Wiens, war nicht nur Instrumentalist, sondern auch Komponist und Arrangeur. Viele seiner Werke sind mittlerweile zu Unrecht in Vergessenheit geraten: Vielleicht deswegen, weil der Anspruch dieser Arrangements sehr hoch ist.

Mit den Bravour Schrammeln nimmt sich nun ein Quartett der Mikulas-Stücke an, das allein schon durch seine Zusammensetzung bemerkenswert ist. Das Wiener Musiker- und Weinbauern-Ehepaar Monika & Peter Uhler tat sich mit dem Kärntner Musiker-Ehepaar Maria & Helmut Stippich zusammen, um altvertraute Schrammel-Klänge als kammermusikalische Volksmusik aus Wien in die Gegenwart zu heben.

Den Schwerpunkt der fünf Programme bilden die Mikulas-Stücke. Eingedeckt mit Notenmaterial des Wiener Volksliedwerkes sowie mit Transkriptionen von fast verlorenen Aufnahmen, geht das Quartett voller Lust daran, diese Musik der Vergessenheit zu entreißen.

Doch dabei wollen es die beiden Paare nicht belassen. Schließlich ist das MuTh Lab (auch) als Labor der Klänge gedacht. Also werden neue Kompositionen und Arrangements vor laufender Kamera eigens für die Auftritte hergestellt. Somit vereinen sich im Konzertsaal Vergangenheit und Zukunft – mitten in Wien. Als Schmelztiegel für eine alte und zugleich neue Art und Weise, die Wiener Musik zu beseelen. Mit einem opulenten Klang, zu dem außer zwei Violinen auch Kontragitarre, Schrammelharmonika, Akkordeon und Klavier sowie zwei Stimmen gehören, welche auch die Freude des Dudelns in all ihren allen Facetten darbringen.

https://www.stippichs.com/post/stippich-uhler-bravour-schrammel

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Neustart nach dem Lockdown. Das Wiener MuTh: Noch geschlossen, doch bereits jetzt ganz offen

Das Wiener MuTh – Musik & Theater fiebert der Wiedereröffnung am 20. Jänner entgegen. Zwar ist das Haus am Augartenspitz, wie alle Kultur-Institutionen, wegen des aktuellen Lockdowns für das Publikum noch geschlossen. Aber auf der Bühne herrscht auch jetzt reger Betrieb, an dem die Öffentlichkeit via Internet und Streaming regen Anteil nehmen kann. Direktorin Elke Hesse: „Das MuTh bleibt offen, im wahrsten Sinne des Wortes, und schaut voll Zuversicht in die Zukunft.“

Das Wort Offenheit ist dabei auch programmatisch gemeint. Das MuTh, im Jahr 2012 als Konzertsaal der Wiener Sängerknaben eröffnet, nutzt während des Lockdowns die Zeit, um frische künstlerische Formate auszuloten. Elke Hesse: „In unserem MuTh Lab öffnen wir die Bühne für Künstlerinnen und Künstler, die bereit sind, neue Wege zu finden und neue Konzertformationen zu entwickeln (natürlich gegen Gage!). Die Zuschauer haben die Möglichkeit, online dem Entstehungsprozess beizuwohnen.“

Das MuTh Lab ist eine der Programmschienen des aktuellen Angebots unter dem Leitthema „Digital MuTh – #closedbutactive“. Unter dem Titel „Die MuTh ¼ Stunde“ gibt es Begegnungen von Direktorin Elke Hesse mit Gästen, die zum Gespräch und zum Musizieren ins Haus eingeladen werden. Und unter dem Motto „Streaming In The MuTh“ werden Online-Konzerte von der Bühne des MuTh in die privaten Konzertsäle (also die Wohnungen) der Musikfreunde übertragen (Info & Screening: https://muth.at/category/news/)

Elke Hesse, die auf langjährige Erfahrungen in der Produktion und im Kulturmanagement zurückblickt (sie war unter anderem künstlerische Betriebsdirektorin bei Hans Gratzer an der Josefstadt und später Intendantin der renommierten Bad Hersfelder Festspiele in Deutschland), leitet das Projekt MuTh seit 2011. Die Programmierung zum Jahreswechsel 2020/2021 stellte sie vor besondere Herausforderungen, wird doch zunächst nur vor der Kamera und ab 20. Jänner auch wieder vor Publikum gespielt. Behördliche Auflagen schreiben vor, dass die BesucherInnen in der Woche vom 20. – 24. Jänner im Besitz eines aktuellen Corona-Tests sein müssen, wobei Elke Hesse aber Wert auf die Feststellung legt, dass dies vom MuTh nicht kontrolliert wird.

MuTh Spielplan Jänner 2021

31. 12. 2020 – 6. 1. 2021 online

„Silvester auf gut Wienerisch“, Das Beste zum Schluss: Die Strottern und Peter Ahorner
Der 31. Dezember vor dem Fernseher? Das haben Sie sich heuer verdient! Denn: „Wir können das.“ Das sagen die Strottern und Peter Ahorner und gehen mit ihrer MuTh-Silvester-Gala online. Das Trio verabschiedet sich ungeniert standesgemäß per Stream vom Jahr 2020, ohne – das haben sich die Künstler geschworen – auch nur eine Silbe über Corona zu verlieren. 2021 darf kommen! Kosten: 8 Euro

8. -11. Jänner 2021, 17:00, online

„MuTh Lab #5: Eine Besetzung – zwei Werke“
Der Klarinettist und Komponist Christoph Zimper vollendet während der Tage im MuTh Lab seine neue Komposition, das Quartett für Violine, Viola, Violoncello und Klarinette mit dem Titel „We Are The Ones!“ Die Musiker Kirill Kobantschenko (Geige), Nora Romanoff-Schwarzberg (Viola), Florian Eggner (Violoncello), und Christoph Zimper selbst bringen das neue Stück erstmals zum Erklingen. Dem gegenübergestellt wird das wohl bedeutendste Werk für diese äußerst unterbelichtete Besetzung – das Quartett des polnischen Komponisten Krysztof Penderecki.

Das Streaming läuft täglich ab 17 Uhr für eine Stunde und ist dann 24 Stunden abrufbar, bis am nächsten Tag die Zusammenarbeit im MuTh Lab fortgesetzt und wieder gestreamt wird.

13. 1. 2021, 20.00 online

„Mozart In My Hands VIII“. Die Junge Philharmonie Wien und internationale Talente präsentieren Mozarts Klavierkonzerte

Es sind hochbegabte junge Talente, die Pianistinnen und Pianisten, die sich in der Reihe „Mozart in My Hands“ im MuTh der Öffentlichkeit präsentieren. Im Zusammenspiel mit der Jungen Philharmonie Wien bekommen sie die Möglichkeit, unter professionellen Bedingungen, ein Mozart-Klavierkonzert mit Orchester zu spielen.

20. 1. 2021, 20.00 online

„Klangräume #1“: Klaviertrios von Haydn bis Korngold, TrioVanBeethoven
Haydn hat rund 40 Klaviertrios komponiert und gilt daher als Vater dieser musikalischen Gattung. Seiner Musik gegenübergestellt werden an diesem Abend zwei Jugendwerke von Debussy und Korngold.

21. 1. 2021, 20.00 online

„Where Did The Love Songs Go?“ Flip Philipp & Bertl Mayer präsentieren Jazz Classics Unorthodoxes Love Song-Revival mit seltener Instrumentierung: Die Cool Jazz-Erneuerer Flip Philipp (Vibraphon), Bertl Mayer (Mundharmonika), Hans Strasser (Kontrabass) und Wolfi Rainer (Drums) lieben Jazz Standards und all das, was sich mit ihnen anstellen lässt.

22. 1. 2021, 20.00 online

„Drei mal Drei – Meisterwerke für Klaviertrio“, Altenburger, Demenga und Studierende der mdw spielen Mozart, Schostakowitsch und Brahms
Christian Altenburger und seine musikalischen Weggefährten präsentieren Meisterwerke aus der Klaviertrio-Literatur aus ganz unterschiedlichen Epochen. Was sie verbindet, ist die harmonische Balance der drei Stimmen und ein vollendeter dramaturgischer Bogen.

23. 1. 2021, 20:00, online

„Dorothy & Friends – #großer Klang “ Dorothy Khadem-Missagh und das Chaos String Quartet spielen Brahms
Die Pianistin Dorothy Khadem-Missagh spürt mit dem Programm „#großer Klang“ den orchestralen Farben nach, die von vier Streichern in der klassischen Quartettbesetzung und einem Klavier erzeugt werden können. Programm: Johannes Brahms, Klavierquintett f-Moll, op. 34

27. 1. 2021, 20.00, online

„Bei Männern, welche Liebe fühlen. Im Zentrum die Geige 2“
Johannes Fleischmann & Friends in the MuTh
Gemeinsam mit Julius Berger und José Gallardo präsentiert Johannes Fleischmann das rhapsodische Klaviertrio in c-Moll, das Schostakowitsch seiner Jugendliebe gewidmet hat.
Außerdem stehen Beethovens Variationen über das Mozart-Duett „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ und Korngolds Suite aus der ursprünglich geplanten Theatermusik zu „Much Ado About Nothing“ auf dem Programm.

Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung. Direktorin Elke Hesse steht für Interviews gerne zur Verfügung. Sollten Sie noch Fragen haben, lassen Sie es mich bitte wissen.

Das MuTh, Am Augartenspitz 1, 1020 Wien, www.muth.at, https://www.facebook.com/mehrmusikundtheater
Info-Tel: +43 1 347 80 80, Tickets: tickets@muth.at

Wunder geschehen – man weiß nur nicht, wann. Livestream aus dem Wiener MuTh auf Facebook

Die bedeutende Psychoanalytikerin Dr. Erika Freeman spricht mit Markus Kupferblum über Wunder und Liebe.
Dabei erzählt sie von Wien und dem „Anschluss“ an Deutschland 1938, von der Gründung des Staates Israel, ihrer Arbeit als Psychoanalytikerin in New York und Hollywood, den unterschiedlichen KünstlerInnen und ihren zahlreichen WeggefährtInnen. Ihre positive und kluge Lebenseinstellung lässt sie zeitlos jung erscheinen und jedes Gespräch mit ihr ist erkenntnisreich, macht Mut und ist höchst vergnüglich.

Erika Freeman wurde 1927 in Wien geboren und musste im Alter von 12 Jahren als Jüdin vor dem Naziregime in die USA, nach New York, flüchten. Dort studiert sie an der Columbia University und wird zu einer hoch angesehenen Psychoanalytikerin. Sie berät viele Politiker wie etwa die ehemalige israelische Ministerpräsidentin Golda Meir und wird zur mentalen Stütze diverser Hollywoodlegenden wie etwa Marilyn Monroe, Marlon Brando oder Woody Allen. Letztlich wird Erika Freeman selbst ein Star: Sie ist Dauergast in den US-Talkshows der 1970er Jahre und wird fast zu jedem Ereignis als Psychoanalytikerin befragt. Im hohen Alter nähert sie sich auch ihrer alten Heimat Österreich wieder an und setzt sich als Zeitzeugin unermüdlich gegen das Vergessen ein.

Bekannt ist Markus Kupferblum für seine spartenübergreifende Arbeit zwischen Oper, Theater und Film und für das Erschließen neuer und ungewöhnlicher Aufführungsorte. Er inszenierte in zahlreichen Ländern Europas, Asiens und Amerikas und unterrichtet(e) Schauspiel, Regie und Szenisches Schreiben an in- und ausländischen Universitäten. Kupferblum rief 2012 den Europäischen Theatertag der Toleranz ins Leben und ist Mitglied des Internationalen P.E.N. Clubs. Er erhielt den Nestroy Preis der Stadt Wien.

Wiener Vorlesung
Montag, 7. Dezember 2020, 19 Uhr, MuTh, Am Augartenspitz 1, 
1020 Wien

Livestream auf Facebook

Von der Biochemie ins Kräuterlabor

Renée Schroeder: Von der Biochemie ins Kräuterlabor
Karrierewechsel: Die weltbekannte Wissenschaftlerin veredelt nun alpine Wildkräuter mit heilenden Eigenschaften – neue Website: www.leierhof.at

Von der RNA – jenem Molekül, das die Entstehung des Lebens möglich gemacht hat – zu Schafgarbe, Brennnessel und Johanniskraut: Die Wiener Biochemikerin Renée Schroeder, die mit ihren Forschungen zur weltbekannten Wissenschaftlerin aufstieg, hat in jüngster Zeit einen bemerkenswerten Karrierewechsel vollzogen.
Nach mehr als 40 Jahren in der wissenschaftlichen Forschung nahm Schroeder, die zuletzt mit ihrer Biografie „Alle Moleküle immer in Bewegung“ (Residenz-Verlag) Schlagzeilen machte, Abschied von der Professur an der Wiener Universität. Sie verlegte Wohnsitz und Arbeitsplatz in den Salzburger Tennengau – auf den Leierhof in Abtenau, den sie vor Jahren mit ihren Söhnen erwarb.

Dort beschäftigt sich Renée nun mit den wildgewachsenen Pflanzen, die auf den sonnigen Südhängen des jahrelang brachliegenden Hofs in 1100 Metern Seehöhe gedeihen, und sie verarbeitet die Kräuter zu Salben, Tinkturen, Tees, Cremen und allem, was ihr sonst noch einfällt. Je nach Produkt werden die handgepflückten und luftgetrockneten Kräuter in Alkohol oder verschiedene Öle eingelegt, um die Wirkstoffe zu extrahieren.

Ab sofort ist der Leierhof durch eine eigene Website mit der Welt verbunden. www.leierhof.at ist Webshop und Informations-Medium zugleich. Im Webshop bekommt man eine Vielzahl interessanter Produkte vom Brennnesselsamen über den Schafgarbenlikör bis zur Zinnkrautsalbe. Und die Information? Renée Schroeder: „Ein Kräuterblog und ein Newsletter sollen das Thema Kräuter(-produkte) wissenschaftlich beleuchten. Darüber hinaus soll eine Sammlung von Rezepten und Anleitungen die Leser zum Experimentieren einladen.“

Als Wissenschaftlerin ist es für Renée wichtig, sich auf jene Kräuter und Anwendungen zu beschränken, für die es wissenschaftliche Untersuchungen gibt, die deren Wirkung bestätigen. „Pflanzen werden seit Jahrtausenden als Heilmittel verwendet“, sagt die Biochemikerin. „Der Erfolg der modernen Schulmedizin hat diese Tradition etwas verdrängt. Zu Unrecht, meinen wir. Vieles hat auf jeden Fall seine Berechtigung, aber man muss sehr aufpassen, dass man nicht den Boden der Realität verlässt. Bis es wissenschaftlich nachgewiesen ist, welche Substanzen in einer Pflanze wie wirken, kann es sehr lange dauern.“

Renée Schroeder hat ihren Wechsel von der Universität in die Berge gezielt vorbereitet. In den letzten Jahren absolvierte sie neben ihrer Professur die Landwirtschaftsschule. Als sie dann in die Pension eintrat, nahm die Biochemikerin ihr Labor mit nach Hause – und zwar buchstäblich. Sie kaufte dem Institut ihre alten Labormöbel ab und richtete sich im Wirtschaftsgebäude des Leierhofs ein Labor ein. Ihre Freunde bezeichnen das Kräuterlabor längst liebevoll als Hexenküche. Fünf Jahre des Experimentierens liegen hinter ihr. In dieser Zeit hat sie mehr als 30 Produkte entwickelt, wobei sie die Schafgarbe, die Brennnessel und das Johanniskraut ihre „Starkräuter“ nennt.

Die Kräuterleidenschaft hat sich dabei auf den ganzen Leierhof übertragen und zu einem Familienprojekt weiterentwickelt. Das gemeinsame Kräutersammeln zählt dabei genauso zur Philosophie wie die gemeinsamen Stunden beim Kräuterzupfen und Fachsimpeln in der Kräuterküche. Die Söhne, Schwiegertöchter und Enkel Renée Schroeders sind in das Geschehen voll integriert – bis hin zur Entwicklung neuer Produkte.

All das klingt nach einer märchenhaft heilen Welt, und ist es in gewisser Weise auch. Doch natürlich ist man sich auch in der Abgeschiedenheit des Leierhofs darüber bewusst, dass die Welt durch eine harte Phase geht. Renée Schroeder, die sich in diesen Zeiten von Corona über einen blauen Himmel ohne Kondensstreifen und Flugzeuge freut, spendet ihre Pension in Form einer Corona-Solidarabgabe an Freunde, die jetzt kein Einkommen haben. Überdies hat sie zehn Tipps für den Umgang mit Corona parat:

  1. Es ist ernst – also nimm es ernst (Angela Merkel).
  2. Folge den Vorsichtsmaßnahmen! Abstand halten, Masken tragen und Händewaschen (schalte Dein Hirn ein).
  3. Wenn Du zu den glücklichen gehörst, die keinen finanziellen Nachteil haben, dann spende so viel wie möglich! Das ist ein Aufruf zum Corona-Solidarbeitrag. Niemand soll einen Gewinn aus der Krise machen.
  4. Entwickle Empathie für alle die, die ernste Probleme haben und hilf! Es gibt sehr viele Möglichkeiten, sich jetzt hilfreich zu verhalten.
  5. Lass Dir helfen! Und bitte um Hilfe, wenn Du sie benötigst.
  6. Nütze die Zeit für Sinnvolles, ganz individuell! Ich backe Brot, entwickle neue Salben, Seifen und Kräuterweine und mache Frühjahrsputz.
  7. Sei wachsam Deinen Mitmenschen gegenüber. Gefährde niemanden!
  8. Das Virus wird nicht sobald verschwinden. Bis zur Impfung wird es noch dauern. Bis dahin könnten 60 Prozent der jungen Bevölkerung immun werden, aber die schwächeren in unserer Gesellschaft brauchen Schutz.
  9. Unfähige Politiker schieben die Schuld auf andere, wenn etwas schief geht, intelligente PolitikerInnen hören auf die Wissenschaft und treffen weise Entscheidungen.
  10. Religion und Glaube sind jetzt absolut fehl am Platz und richten großen Schaden an.

Renée Schroeder steht gerne für Interviews (skype/zoom/viber/facetime) zur Verfügung. Anmeldung bitte unter office@binakoeppl.com oder 0699 128 28 128

Vier Saiten

Michael Kreihsl inszeniert neue ORF-Komödie
Ein Film zum 90. Geburtstag: Otto Schenk spielt auf „Vier Saiten“

Regie: Michael Kreihsl. Vor der Kamera: Otto Schenk. Der renommierte Wiener Regisseur Kreihsl und der Publikumsliebling Schenk gehen zum zweiten Mal mit einem gemeinsamen Film an den Start. Die Komödie „Vier Saiten“ wird am 25. März 2020 um 20.15 Uhr in ORF 2 ausgestrahlt. Die Produktion, die von ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner initiiert wurde, ist eine Verbeugung vor Otto Schenk, der am 12. Juni seinen 90. Geburtstag feiert: „Dies könnte meine letzte große Rolle sein, aber ich will nichts versprechen.“

Otto Schenk erzählt gerne von den Dreharbeiten zu dem Film, in dem es um die Begegnung eines grantelnden alten Wieners mit einem jungen Syrer (Omid Memar) geht; aber auch – der Titel „Vier Saiten“ deutet es an – um viel Musik. Schenk über den Regisseur und die Atmosphäre am Set: „Michael Kreihsl ist ein Simultanübersetzer des Natürlichen. Während des Drehs war das ganze Team wie ein göttliches Spital und ich bin geheilt entlassen worden.“

Michael Kreihsl gibt das Kompliment zurück: „Mit Otto Schenk hatte ich nicht nur einen Schauspieler zur Seite, sondern ein ganzes Universum von Opernhäusern, Konzerthäusern, Bibliotheken und Theaterbühnen. Wir haben einen Film gemacht, in dem das Gemeinsame im Vordergrund steht und nicht das Trennende unterschiedlicher Kulturen. Einen Film über Musik als die internationale Sprache, die keine Übersetzung braucht und die uns alle verbindet.“

„Vier Saiten“ ist die neue Regie-Arbeit von Michael Kreihsl, der zunächst Kunstgeschichte und Archäologie studierte und eine Ausbildung als Gemälderestaurator absolvierte, bevor er sich dem Film zuwandte. Während seines Regie-Studiums an der Wiener Filmakademie (das später an der New York University fortgesetzt wurde) drehte Kreihsl 1986 als Erstlingswerk den Kurzfilm „Eine Bewegung der Zeit“. Danach gelang es ihm rasch, sich sowohl im Kino als auch im Fernsehen einen Namen zu machen.

Zu Michael Kreihsls wichtigsten Kinofilmen zählen sein bei der Berlinale ausgezeichneter Erstling „Charms Zwischenfälle“ (mit Johannes Silberschneider), „Heimkehr der Jäger“ (mit Ulrich Tukur) und „Liebe möglicherweise“ (erste Zusammenarbeit mit Otto Schenk). Im Fernsehen reüssierte er mit Produktionen wie „Probieren Sie’s mit einem Jüngeren“ (mit Senta Berger), „Der Täter“ (mit Erwin Steinhauer) oder dem Film „Der arme Verschwender“ (die erste große Rolle für Gerti Drassl), für den er im französischen Biarritz mit dem Hauptpreis Fipa d’Or ausgezeichnet wurde.

Eine besonders enge Beziehung hat Michael Kreihsl zum Werk von Daniel Glattauer. Er inszenierte und dramatisierte die Uraufführung der Glattauer-Romanbestseller sowohl am Theater in der Josefstadt („Gut gegen Nordwind“, „Alle sieben Wellen“, „Vier Sternstunden“) als auch fürs Kino („Die Wunderübung“).

Für die aktuelle Komödie „Vier Saiten“, Otto Schenks Geburtstagsfilm, hat man ganz bewusst ein gesellschaftlich relevantes Thema ausgewählt, dreht sich die Geschichte doch um das Zusammenleben von alteingesessenen und zugewanderten Wienern. Otto Schenk ist von dem Stoff angetan: „Mich interessiert vor allem eine Rolle. Ich bin ein Schauspieler, und wenn die Rolle gut ist, dann bin ich für die Sache. Und wenn die Sache noch dazu ein heutiges Thema berührt, dann setze ich mich umso lieber dafür ein. Gerade am Ende meines Lebens, wenn die Abendsonne scheint, ist man sehr heikel und sehr empfindlich und auch liebesbedürftig. Daher ist mir das alles entgegengekommen. Noch dazu hatte ich mit Michael Kreihsl einen Regisseur, der zuhörte, was ich sagte, was ich im Film zu sagen habe, und mir da nicht nur Freiheiten, sondern auch Hilfe geleistet hat. Sehr schön war das Zusammentreffen mit dem jungen Schauspieler Omid Memar. Wir haben uns sofort verstanden.“

Die ORF-Produktion „Vier Saiten“ basiert auf einem Drehbuch von Stefan Vögel, das von Michael Kreihsl und Thomas Baum bearbeitet wurde. Der Film ist bis in die kleinsten Rollen erstklassig besetzt. Auch Stars wie Friedrich von Thun, Marianne Mendt, Lukas Resetarits oder Markus Schleinzer wirken mit.

Regisseur Michael Kreihsl arbeitet mittlerweile längst an zwei neuen Projekten. Der Kinofilm „Die Niere“ (mit Samuel Finzi, Inka Friedrich, Pia Hierzegger und Thomas Mraz) ist  bereits abgedreht. Im Frühjahr folgen dann in Graz die Aufnahmen für eine neue ORF-„Stadtkomödie“ mit Aglaia Szyszkowitz und Fritz Karl.

„Vier Saiten“ (AT) ist eine Produktion des ORF, hergestellt von e&a film.

Interviews
Schauspieler Otto Schenk und Regisseur Michael Kreihsl stehen für Interviews zur Verfügung. Anmeldung bitte unter office@binakoeppl.com oder 0699 128 28 128
Full Cast & Crew hier

www.eafilm.at

www.michaelkreihsl.com

Filmography

Hierzegger / Schroeder / Freeman: Drei Frauen, drei Generationen, drei Themen

Das Wiener Kreisky Forum lädt am 16. Dezember (19 Uhr) zu einem Diskussions-Gipfeltreffen mit drei namhaften Frauen aus der Kultur- und Wissenschafts-Szene. Die Schauspielerin, Autorin und Regisseurin Pia Hierzegger (47) moderiert ein Gespräch mit der Biochemikerin Renée Schroeder (66) und der Psychoanalytikerin Erika Freeman (92).

Erika Freeman, die zwischen New York und Wien pendelt, kommt mit dem soeben verliehenen Titel von Österreichs „Woman Of The Year“ (in der Kategorie Zeitzeugen) ins Kreisky Forum. Renée Schroeder machte jüngst mit der Biografie „Renée Schroeder – Alle Moleküle immer in Bewegung“ Schlagzeilen. Pia Hierzegger hat in jüngster Zeit mit großen Rollen in Filmen wie „Wilde Maus“ oder „Der Boden unter den Füßen“ reüssiert. Gemeinsam ist allen dreien, dass sie nicht nur in ihren Metiers Spitzenleistungen erbringen, sondern dass sie auch mit wachem Blick die Zeitläufte verfolgen. Der Abend unter dem Titel „Remarkable Women“ verspricht bemerkenswerte An-, Aus- und Einsichten über Wissenschaft, Beruf und Leben.

Remarkable Women

Montag, 16. Dezember 2019, 19 Uhr
BRUNO KREISKY FORUM für internationalen Dialog
Armbrustergasse 15, 1190 Wien

Organisation der Veranstaltung: Bina Köppl Communications

Renée Schroeder, Jahrgang 1953, ist eine Frau mit vielen Facetten. Die Biochemikerin hat sich von Wien aus einen Platz an der internationalen Spitze der Wissenschaft erkämpft. Kein leichtes Unterfangen als Frau in diesem Fach. Nun startet sie im „Unruhestand“ eine neue Karriere als Bäuerin mit dem Forschungsfeld „Wildkräuter“. 1953 in Brasilien geboren, ging die Reise in Schroeders Kindheit über Luxemburg nach Bruck an der Mur. Die Wanderjahre absolvierte sie in München, Paris und den USA, um anschließend in Wien ihre berufliche Heimat zu finden. Zwischen Wissenschaft und Feminismus hatte die überzeugte Atheistin bis heute viele Kämpfe auszutragen… Eine außergewöhnliche und konsequente Frau: Die neue Biografie „Renée Schroeder – Alle Moleküle immer in Bewegung“ (Residenz-Verlag), geschrieben von Ursel Nendzig, ist eine Inspiration für alle Frauen, ihren eigenen Weg zu gehen.

Erika Freeman wurde 1927 in Wien geboren und musste im Alter von 12 Jahren als Jüdin vor dem Naziregime in die USA, nach New York, flüchten. Dort studiert sie an der Columbia University und wird zu einer hoch angesehenen Psychoanalytikerin. Sie berät viele Politiker wie etwa die ehemalige israelische Ministerpräsidentin Golda Meir und wird zur mentalen Stütze diverser Hollywoodlegenden wie etwa Marilyn Monroe, Marlon Brando oder Woody Allen. Letztlich wird Erika Freeman selbst ein Star: Sie ist Dauergast in den US-Talkshows der 1970er Jahre und wird fast zu jedem Ereignis als Psychoanalytikerin befragt. Im hohen Alter nähert sie sich auch ihrer alten Heimat Österreich wieder an und setzt sich als Zeitzeugin unermüdlich gegen das Vergessen ein.

Moderation: Pia Hierzegger kam am 2. Februar 1972 in Graz zur Welt. Sie ist Ensemblemitglied der Grazer Off-Theatergruppe Theater im Bahnhof, wo sie auch Regie führt und zu der Autorengruppe Eigenbau gehört. 2009 adaptierte sie für das Schauspielhaus Graz Wolf Haas’ Roman „Das ewige Leben“ als Bühnenstück. In der Spielzeit 2010/11 schrieb sie den Text für die Uraufführung von „Die Kaufleute von Graz“ (Regie: Helmut Köpping). Pia Hierzegger ist auch als Filmschauspielerin aktiv. Ihre ersten drei Kinofilme drehte sie unter der Regie von Michael Glawogger. Regisseur Wolfgang Murnberger besetzte sie 2009 in seiner Wolf-Haas-Verfilmung „Der Knochenmann“. Im Wettbewerb der Berlinale 2017 feierte die Tragikomödie „Wilde Maus“ Premiere. Unter der Regie und an der Seite ihres Lebenspartners Josef Hader spielte Hierzegger die nichts ahnende Ehefrau eines entlassenen Musik-Kritikers, der mit einer ungewöhnlichen Geschäftsidee zu Geld kommen will. 2019 war Pia Hierzegger mit einer Hauptrolle in Marie Kreutzers Drama „Der Boden unter den Füßen“ erneut bei der Berlinale zu Gast.

Ein Rosa Flamingo in der Gartensiedlung

Das Architektur-Atelier Allcolours errichtete in einer Wiener Kleingartensiedlung ein markantes Sommerhaus, das auf einer Grundfläche von nur 35 Quadratmetern eine Kubatur von 165 Kubikmetern umfasst

In unserer Zeit hochfliegender Bau- und Wohnkosten stellt der ökonomische Umgang mit Grund und Boden eine besondere Herausforderung für Architekten dar. Das Wiener Architektur-Atelier Allcolours  Architecture Urbanism realisierte nun in Wien auf einem Kleingarten-Grundstück von knapp 200 Quadratmetern Fläche einen außergewöhnlichen Entwurf, der die begeisterten Bauherren von einem „rosa Flamingo“ im baulichen Einerlei rundherum sprechen lässt.

Die Kleingartenanlage auf der Schmelz, in der sich der aus rot gefärbtem Dämm-Beton und Glas gefertigte Flamingo erhebt, trägt den schönen Namen „Zur Zukunft“. Das passt zum Stil des Allcolours-Ateliers um Markus Taxer, das mehr im Sinn hatte als ein gewöhnliches Gartenhaus.

Zunächst ging es um die Struktur des nur 10 x 20 Meter großen Grundstücks: „Vorne gibt’s eine Zone mit Platz zum Spielen. Dann folgt eine Zone fürs Kochen, Essen und Feiern, an die sich ein ruhiger, introvertierter Teil des Gartens anschließt. Dieser Bereich ist gerahmt vom Haus, vom Pool und von Pflanzen.“

Extrovertiert und introvertiert zugleich präsentiert sich das ganze Haus. Das Erdgeschoss mit Wohnzimmer, Küche und WC steht dank seiner großflächigen Fensterfronten in Richtung Süden in direktem Kontakt zur umgebenden Natur. Architekt Taxer: „Durch die nach außen öffnenden Fenstertüren entsteht ein lebendiges Hin und Her und eine Auflösung der Begriffe Drinnen und Draußen“. Dieser Effekt wird verstärkt durch die Tatsache, dass der große Esstisch – ein besonderer Wunsch der Bauherren – nicht im Haus, sondern im Garten steht.

Im ersten Stock des nur 5 Meter hohen Gebäudes fühlt man sich hingegen definitiv drinnen. Hier sind die Schlafkojen das formgebende Element, die nicht nur zum Ruhen einladen, sondern auch ein Höchstmaß an Privatsphäre und Rückzug gewähren.

Die Verbindung zwischen den Stockwerken wird durch die abgerückte Treppe hergestellt, die von Beginn an als begehbare Skulptur konzipiert wurde: „Die Treppe steht buchstäblich neben dem Haus. Um den abgelösten Eindruck zu verstärken, wurde die Treppe mit nur vier Glasscheiben ohne zusätzliche Unterkonstruktion eingehaust. Im Bauch der Treppenskulptur ist notwendiges Inventar wie Waschmaschine und dergleichen untergebracht.“

Haus und Treppenhaus haben unterschiedliche Farbkonzepte. Als wichtigstes Material dient rot eingefärbter Dämmbeton. Das Rosa kontrastiert nach außen zum Grün des Gartens und zu den Brauntönen der Holzhäuser in der Umgebung. Innen erzeugt die Colorierung, hergestellt durch die Zugabe von rotem Farbpigment im Beton, für angenehm weiche Lichtstimmungen. Als Kontrast ist die Treppe aus grauem Sichtbeton mit geschliffenen Oberflächen gefertigt.

Am Beginn der Planung stand die ausführliche Zusammenarbeit aller am Bau Beteiligten – ein Prozess, der Architekt Taxer von einem „Kollektiv der Superlative“ sprechen lässt: „Statik und Baufirma haben sich massiv in die Umsetzung eingebracht, genauso wie der Betonhersteller und die Cooperative Leichtbeton oder ein Start Up, das mit kabelloser Sensortechnik während der Aushärtungsphase für die Betonüberwachung zuständig war.“

Die Statik lag in den Händen von Werkraum Ingenieure ZT Peter Bauer. Auch dort zeigt man sich enthusiasmiert von dem kleinen, aber anspruchsvollen Projekt: „Bei diesem Haus liefert der Entwurf von Allcolours alle Voraussetzungen, die man braucht, um ein Haus quasi fliegen zu lassen. Geschosshöhe, zugleich tragende und dämmende Wände aus Leichtbeton und ein stabiler Kern sind dafür eine Notwendigkeit, weiters die Bereitschaft, die – nicht tragende – Stiege daneben zu stellen und die Herausforderung anspruchsvoller Details zu bewältigen. So macht das Konzipieren und Konstruieren von Tragwerken Spaß!“

Dieser Spaß überträgt sich nun auf die Bauherren: „Der erste Anblick war ein Wahnsinn – ein schwebendes rosa Haus. Was uns am meisten taugt, sind die Schlafzimmer. Trotz Beton, Beton und Beton sind sie unglaublich heimelig.“

Technisch wäre es ohne weiteres möglich, das Sommerhaus auch ganzjährig zu bewohnen. „Der große Glasanteil an der Südseite fängt jeden Sonnenstrahl ein und macht die Räume schnell sehr angenehm warm“, sagt Architekt Markus Taxer. „Der Beton ist in der Lage, die Wärme zu speichern. Zusätzlich gibt es Infrarot-Paneele, die das Haus bei Bedarf temperieren.“

Das Gartenhaus im Gartenverein „Zukunft“, entworfen von den Architekten Markus Taxer, Bernd Leopold und Jelena Smiljanic, ist nicht das erste Projekt, mit dem das Atelier Allcolours demonstriert, welch spektakuläre Raumlösungen auf kleinen Grundstücken möglich sind. In den letzten Jahren machten die Allcolours-Baukünstler mit zwei ähnlich geratenen Neubauten Furore.

Auf einem 310-Quadratmeter-Grundstück an den Hängen der Wiener Weinberge errichtete Allcolours auf einer bebauten Fläche von nur 35 Quadratmetern ein Einfamilienhaus mit einer Nutzfläche von 98 Quadratmetern in drei Stockwerken. Auch der Bau eines Wohnhauses am Wiener Donaukanal, das auf 50 Quadratmetern Grund eine Nutzfläche von 120 Quadratmetern entstehen ließ, fand in der Öffentlichkeit große Beachtung.

www.allcolours.eu

Team:
Arch DI Markus Taxer
Arch Mag arch. Bernd Leopold
Projektleitung DI Jelena Smiljanic
Tragwerksplanung:

Werkraum Ingenieure ZT GmbH, Prof. DI Peter Bauer

Baumeisterarbeiten:100% Bauen, Bmst Stefan Kraus

Beton: Lafarge, Perlmoser

Sensoren Betonüberwachung: SuessCo Sensors GmbH

Fenster und Verglasungen: Lüftenegger GmbH, Wolfgang Weichselbaumer

Dach: Ing. Hans Drascher GmbH

Elekro: Ing. Emmerich Csernohorszky GmbH

Haustechnick: ECKL Sanitär & Heizungstechnik

Tischler / Bautischler: Marcus Popp

Pooltechnik: Grossmann GmbH

Alle Moleküle immer in Bewegung

Die Biografie der unkonventionellen Biochemikerin ist eine Inspiration für alle Frauen, ihren eigenen Weg zu gehen. Renée Schroeder ist eine Frau mit vielen Facetten. Die Biochemikerin hat sich von Wien aus einen Platz in der internationalen Spitze der Wissenschaft erkämpft. Kein leichtes Unterfangen als Frau in diesem Fach. Nun startet sie im „Unruhestand“ eine neue Karriere als Bäuerin mit dem Forschungsfeld „Wildkräuter“. Ein konventionelles Leben hat Renée Schroeder noch nie geführt. 1953 in Brasilien geboren, ging die Reise in ihrer Kindheit über Luxemburg nach Bruck an der Mur. Die Wanderjahre absolvierte sie in München, Paris und den USA, um anschließend in Wien ihre berufliche Heimat zu finden. Zwischen Wissenschaft und Feminismus hatte die überzeugte Atheistin bis heute viele Kämpfe auszutragen… Eine spannende Biografie über eine außergewöhnliche und konsequente Frau.

Renée Schroeder geboren 1953 in João Monlevade, Brasilien, studierte Biochemie in Wien, verbrachte ihre Lehrjahre in München, Paris und in Albany/NY, war Leiterin des Department für Biochemie und Zellbiologie an der Universität Wien. 2001–05 Mitglied der Bioethik-Kommission der österreichischen Bundesregierung, 2003 erhielt sie den Wittgensteinpreis und 2011 den Eduard Buchner Preis. Österreichs Wissenschaftlerin des Jahres 2002. Zuletzt erschienen: “Die Erfindung des Menschen. Wie wir die Evolution überlisten” (2016).

Ursel Nendzig geboren 1980. Sie studierte Wirtschaft an der WU Wien und absolvierte ihre journalistische Ausbildung an der Zeitenspiegel-Reportageschule in Deutschland. Sie lebt in Wien als freie Autorin für Magazine und Tageszeitungen. Zuletzt erschienen (gemeinsam mit Renée Schroeder): “Die Erfindung des Menschen” (2016), “Renée Schroeder – Alle Moleküle immer in Bewegung” (2019).

Salzburg International ArtFair

Neues Kultur-Event als exklusiver Treffpunkt für Sammler, Kunst- und Kulturfreunde

Salzburg bekommt ein neues und spektakuläres Kultur-Event. Vom 10. bis zum 18. August 2019 findet erstmals die Salzburg International ArtFair statt, die den Kunstfreunden aus aller Welt ein eindrucksvolles Programm bietet. Das Spektrum der Kunstwerke reicht von der Österreichischen Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts bis zur Zeitgenössischen Kunst. Die Malerei des Biedermeier ist genauso vertreten wie die Klassische Moderne. Dazu gibt’s Skulpturen, Glas, Fotografien und wertvolle Exponate aus der stets besonders gefragten Epoche Wien um 1900.

Die Salzburg International ArtFair (SIAF) öffnet ganz bewusst parallel zu den Festspielen ihre Tore. „Salzburg ist während der Festspiele der Nabel der Kunstwelt und lockt kunstsinnige Besucher aus allen Kontinenten nach Österreich“, sagt Veranstalter Wolfgang Pelz. Während die Kunstfreunde im Festspieldistrikt die großen Opern-, Theater- und Konzert-Events genießen, bietet die ArtFair – konzipiert als Mischung aus Kunsthandel und Gallery Business – ein gleichermaßen hochklassiges Programm. Mehr als 25 AusstellerInnen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Italien und Spanien haben sich angesagt.

Für den Veranstalter Wolfgang Pelz bedeutet die Premiere der SIAF eine Rückkehr nach Salzburg. Von 2009 bis 2014 gestaltete er die Art Salzburg, die als Kunstmesse während der Festspiele ein großes Publikum anzog. Die ArtFair steht also in der Tradition der Art Salzburg, geht aber mit einer wichtigen Neuerung in Szene. Die betrifft den Schauplatz. Die SIAF findet im Amadeus Terminal 2 des Salzburger Flughafens statt.
Der Hintergrund: „Die Innenstadt Salzburgs hält dem immensen Ansturm der Besucher im Festspielsommer nicht mehr stand“, sagt Wolfgang Pelz. „Die Parkhäuser sind voll, die Kaffeehaus-Kellner genervt. Kein Platz zum Flanieren oder Seele baumeln lassen“.

Eine Weltpremiere: Kunstmesse am Flughafen

Am Amadeus Airport, gerade mal 15 Auto(bus)-Minuten vom Salzburger Zentrum entfernt, ist das anders. Vermutlich erstmals weltweit findet eine Kunstmesse an einem Flughafen statt. Das bedeutet nicht nur, dass besonders eilige Gäste von auswärts direkt zum Event einfliegen können. Das heißt vor allem: Die Infrastruktur ist perfekt. Den Besuchern stehen 4.000 Parkplätze gratis zur Verfügung. Alles ist möglich: Messebau high end, Skulpturengarten, Piazza zum Verweilen, Restaurant, Café und Lounges.
Wer den Blick von den Kunstwerken mal nach draußen streifen lässt, der sieht gegenüber den Hangar 7 von Red Bull, aus dem ServusTV seine Live-Talks überträgt. In der Ferne erkennt man die Festung Hohensalzburg und die Berge. Und natürlich starten und landen auch die Jets, die Salzburg mit ganz Europa verbinden.

Das Programm: Große Namen und neue Namen

Doch das sind Äußerlichkeiten. Im Mittelpunkt steht natürlich voll und ganz die Kunst. Und hier wartet die Salzburg International ArtFair mit großen Namen und großartigen Werken auf. Highlights auf der Messe sind bis dato der Deutsche Jonathan Meese, der Belgier Jan Fabre und der New Yorker Doug Argue.
 
Die Mischung aus Kunstmarkt und Galerie führt dazu, dass Museumskunst (von Klimt bis Schiele, von Kokoschka bis Weiler) Seite an Seite zu sehen ist mit den Werken etablierter, am Markt angekommener KünstlerInnen (u. a. Lindsay Lawson, Herbert Brandl, Franz West oder Gerold Tusch und Clemens Wolf), aber auch mit den Arbeiten von NewComerInnen, die es zu entdecken gilt.
 
Veranstalter Wolfgang Pelz über das Konzept: „Man kann es sich als Kunstmesseveranstalter leicht machen. Man ruft in den Wald williger AusstellerInnen hinein und erntet einen wilden Mix. Wir aber suchen die perfekte Gruppe. Wir sprechen gezielt AusstellerInnen an und schaffen so ein einzigartiges, stimmiges Gesamtwerk. Warum? Weil dann für jeden Besucher etwas dabei ist. Weil wir vermeiden, dass mehrere AusstellerInnen gleiche KünstlertInnen zeigen. Und weil sich jeder bemüht, für den Besucher etwas Einzigartiges zu bieten. Die Messestände sollen ja verzaubern und kleine, ins sich geschlossene Kunstwelten sein. Die Gastronomie muss Freude machen und jeder Messehost soll freundlich, kompetent und mehrsprachig sein.“

Die Aussteller:

Galerie bei der Albertina â– Zetter | Wien 22

Galerie Susanne Bauer | Wien 24

the BLACK SQUARE | Vienna 25

Rudolf Budja Galerie | Salzburg | Graz | Miami 18

CAA Contemporary Art Advice | Wien 29

District4art | Wien 28

Galerie Robert Drees | Hannover 11

Galerie Johannes Faber | Wien 03

galerie GALERIE Heimo Bachlechner | Graz 27

Galerie Gerersdorfer | Wien 16

Kunsthandel Gril&Neffe | Wien 10

Galerie Kandlhofer | Wien 09

Galerie Kovacek Contemporary | Wien 21

Galerie Kovacek Spiegelgasse | Wien 20

The Gallery Krinzinger Jonathan Meese Art Project 06

Galerie Kunst & Handel | Graz 26

Kunstsalon Perchtoldsdorf 13

Galerie Leonhard | Graz 08

Galerie Magnet | Völkermarkt 04

MAM Mario Mauroner Contemporary Art Salzburg Vienna 19

Galerie Reinisch Contemporary | Graz 01-02

Smolka Contemporary | Wien 05

Galerie Michaela Seif | Perchtoldsdorf 13

Silvia Steinek Galerie | Wien 12

Van Gogh Art Gallery | Madrid 17

Galerie Welz | Salzburg 23

Galerie Zimmermann Kratochwill | Graz 08

Galerie3 | Klagenfurt | Velden 14

Galerie 422 Margund Lössl | Gmunden 25

Audi Lounge 30


In Kooperation mit:

Salzburger Flughafen – www.salzburg-airport.com
Red Bull – www.redbull.com
Porsche Austria GmbH – www.audi.at


Medienpartner:

ORF III

Ö1 Club

Salzbuger Nachrichten

… als ob sie Emma hießen. Eine Nachbetrachtung.

Emmy Werner – … als ob sie Emma hießen 
Eine Nachbetrachtungâ.

‚Die Möwen sehen alle aus, als ob sie Emma hießen‘ – Christian Morgensterns Möwenlied begleitet den Lebensweg der Prinzessin auf der Erbsensuppe ebenso wie das Spiel in ihrem Tischtheater. Dieses Spiel war ihr Zuflucht im Krieg und Ersatz für ihr eigenes Zimmer. Ein Auslöser auch für ihre spätere Berufswahl …
Eine eigenwillige Frau spürt dem Älterwerden, dem alleine Leben und der Theaterarbeit sehr persönlich nach. Humorvoll, kritisch, aber auch mutig und Mut machend.

Frau sein, Theater leiten, älter werden – die frühere Prinzipalin spürt all dem sehr persönlich nach.
Liebt E. das Theater? Fragt man einen Fisch danach, ob er das Wasser liebt? Nach ersten Jahren als Schauspielerin zog es sie bald von der Bühne hinter die Kulissen. Erst hier konnte sie ihr individuelles Potenzial entfalten – bis hin zur Rolle der Theaterleiterin. Doch wie gestaltet sich das Leben einer Frau, die nicht an der Seite eines Partners unsichtbar sein will? Mit welchen Vorurteilen ist sie konfrontiert? Emmy Werner hat ein Buch geschrieben, das Mut zeigt und zum Lachen anregt.

Emmy Werner

geboren 1938 in Wien. Als Schauspielerin hatte Werner zahlreiche Engagements in Theater und Fernsehen. 1979/80 Gründung des Theaters Drachengasse, das sie auch bis 1987 leitete. Von 1988–2005 Direktorin des Volkstheaters Wien. Zahlreiche Auszeichnungen und Preise.

Residenz Verlagâ

Möwenlied

Die Möwen sehen alle aus,
als ob sie Emma hießen.
Sie tragen einen weißen Flaus
und sind mit Schrot zu schießen.

Ich schieße keine Möwe tot,
ich laß sie lieber leben –
und füttre sie mit Roggenbrot
und rötlichen Zibeben.

O Mensch, du wirst nie nebenbei
der Möwe Flug erreichen.
Wofern du Emma heißest, sei
zufrieden, ihr zu gleichen.